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Ungewöhnliche Gefahren für das Neugeborene

  • Kurt Walcher
Part of the Gerichtliche Medizin in Einzeldarstellungen book series (GME, volume 1)

Zusammenfassung

Jeder, der sich mit Fragen des Kindsmordes befaßt von der Seite der praktischen Tätigkeit her, stößt überraschend oft auf den Begriff der Sturzgeburt; wie überhaupt auf eine ganze Reihe von Behauptungen der Kindsmutter, die man als Schutzbehauptungen zusammenfassen kann. Dazu gehört außerdem die Ohnmacht und auch die Schwäche bzw. Hilflosigkeit nach der Geburt, die Selbsthilfe, und auch die behauptete Beckenendlage. Von besonderer Bedeutung ist weiterhin die angebliche Verkennung der Geburt, so daß dieselbe auf dem Abort erledigt wird. Wer von Sturzgeburt anderen gegenüber redet, muß vorher genau bestimmen, was er damit meint. Wir unterscheiden eine Sturzgeburt im Sinne des Geburtshelfers und eine solche im Sinne des Gerichtsarztes. Der erstere versteht unter Sturzgeburt den überstürzten Ablauf des Geburtsvorganges, wobei wieder zwei Möglichkeiten zu unterscheiden sind, nämlich einerseits der überraschend schnelle Ablauf der ganzen Geburt, vom Wehenbeginn bis zur Ausstoßung des Kindes, und andererseits die überstürzte Austreibung nach zeitlich regulärer Eröffnungsperiode. Der Gerichtsarzt dagegen versteht oder soll verstehen unter Sturzgeburt das Herausstürzen des Kindes aus den mütterlichen Geschlechtsteilen auf den Boden, was sowohl bei der ersten wie bei der zweiten Form der klinischen Sturzgeburt vorkommt. Tatsächlich kombinieren sich die beiden Formen der Sturzgeburt häufig insofern, als bei unerwartet raschem Ablauf, sei es der Gesamtgeburt, sei es der Austreibungsperiode das Kind auf den Boden stürzt, weil die Mutter die Ausstoßung noch nicht erwartete, aber es gibt auch eine gerichtsärztliche Sturzgeburt bei sonst regulärem Verlauf der Geburt.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Kurt Walcher
    • 1
  1. 1.Instituts für gerichtliche Medizin und KriminalistikUniversität WürzburgDeutschland

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