Die Gemeinde

  • Hans Peters

Zusammenfassung

In der Linie Einzelmensch — Familie — Volk — Staat steht zwischen Familie und Volk als eine natürliche Einheit die Gemeinde. Nicht als ob jede einzelne Gemeinde — etwa gar in ihrem derzeitigen Umfang — ein von Natur aus festbestimmtes Gebilde wäre; wohl aber ergibt sich aus dem selbstverständlichen gemeinsamen Bedürfnis auf engem Raum zusammenlebender Menschen ein Gemeinschaftsgefühl, das freilich je nach dem Typ der Gemeinde und der herrschenden Siedlungsform sehr verschieden entwickelt sein kann. Von außen gesehen, bildet die Gemeinde bereits volksmäßig und soziologisch eine Einheit, die anzuerkennen, zu stärken und entsprechend organisatorisch zu verankern Pflicht der Verwaltung ist. Wer daher die lokale Gliederung der Bevölkerung auf Grund ihrer naturgegebenen Gemeinsamkeit bejaht, muß im Ausbau und in der Förderung der Gemeinde als der Urzelle des Staates eine verwaltungspolitische Aufgabe erblicken. Dabei kann als nebensächlich dahingestellt bleiben, ob die Gemeinde oder der Staat die ältere organisierte Gemeinschaftsform ist, zumal da die Entscheidung dieser Frage nur davon abhängt, in welchen Merkmalen man in den frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte bereits das Wesen von Staat oder Gemeinde erfüllt sieht und an welchem historischen Zeitpunkt man die geschichtliche Untersuchung beginnt1. Zu berücksichtigen bleibt außerdem, daß die Verschiedenartigkeit von Siedlungsform und Stammeseigenart innerhalb des Deutschen Reiches verschiedene Entstehungsarten der Gemeinden erkennen läßt2.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin/Göttingen/Heidelberg 1949

Authors and Affiliations

  • Hans Peters
    • 1
    • 2
  1. 1.Humboldt-Universität BerlinDeutschland
  2. 2.Techn. Universität BerlinDeutschland

Personalised recommendations