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Welche topographische und funktionelle Unterschiede bestehen zwischen den intramuralen Arteriolen und epikardialen Stammarterien im Hinblick ihrer medikamentösen Beeinflussung bei Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit?

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Zusammenfassung

Die topographischen und funktionellen Unterscshiede zwischen den intramuralen Arteriolen und epikardialen Stammarterien sind aus der nachfolgenden Tabelle 1 [19] ersichtlich:

Tabelle 1

 

Arteriolen

Epikardiale Stammarterien

Topographische Lage

Intramural

Verlauf im Myokard

der Ventrikelwand

Extramural

Oberflächlicher epikardialer Verlauf

Beeinflußbarkeit durch Stoffwechselprodukte des Yentrikelmyokards (hypoxische Akkumulation von H +-Ionen, Adenosin u. a.)

Ausgesprochen stark

Grund: Unmittelbare Exposition der Arteriolen für die Metaboliten des Myokards

Nicht vorhanden

Grund: Kein direkter Kontakt mit Ventrikelmyokard

Einfluß von Lumenänderungen auf koronaren Strömungswiderstand

Ausgesprochen stark Arteriolen regeln koronares Stromvolumenund intramyokardiale Blutverteilung („Wi-Derstandsgefäße“)

Sehr gering Limitierung des koronaren Stromvolumens erfolgt erst bei über 50% Einschrän kung des Gefäßquerschnitts

Tabelle 1 (Fortsetzung)

 

Arteriolen

Epikardiale Stammarterien

Anfälligkeit für sklerosierende Prozesse

Gering „Small vessel disease” ist sehr selten

Sehr stark Über 95% aller Koronarstenosen sind an den epikardialen Stammarterien lokalisiert. Sie sind vorwiegend exzentrisch gelagert

Entscheidende Angriffspunkte von Koronardialatatoren

Spezifische Arteriolen-Erweiterung durch: Adenosin Dipyridamol Carbocromen Theophyllin

Möglichkeiten der Erweiterung großer Stammarterien: Kurzfristige Effekte: Nitroglyzerin

Langfristige Effekte/ kte: Ca++-Antagonisten vom Typ Verapamil, Nifedipin, Gallopamil

Therapeutischer Wert der medikamentösen Vasodilatation

Arteriolendilatation im Ischämiebezirk ist sinnlos, da hier bereits eine metabolische Weitstellung vorliegt. Arteriolendilatation im gesunden Myokard ist gefährlich, weil dadurch die Blutversorgung des Ischämiebezirks noch weiter zunimmt (stealing phenomenon)

Die Dilatation der epikardialen Stammarterien ist das entscheidende Therapieziel, solange die glatte Muskulatur der Medianoch zur Relaxation befähigt ist. Dilatation besonders erwünscht bei glykosidinduzierter Tonuszunahme

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983

Authors and Affiliations

  1. 1.Mannheim 1Deutschland

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