Advertisement

Kombination von cerebralen Krampfschäden mit prozeßhaften und stationären Hirnbefunden anderer Genese

  • Willibald Scholz
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 75)

Zusammenfassung

Die in Art, Form und Lokalisation wiederkehrenden Merkmale der HirnVeränderungen nach Krämpfen sind konstant genug, daß es berechtigt ist, von einer pathologischen Anatomie des Krampfes zu sprechen. Morphologisch handelt es sich um einen speziellen Ausdruck des geweblichen Effektes, der im großen Rahmen funktioneller Störungen des Hirnkreislaufes möglich ist. Bei der Konstanz seiner Prägung und der im histologischen Präparat kontrollierten Durchblutungsform ist anzunehmen, daß eine in ihrer Art gleichförmige Störung der Kreislauffunktion dahinter steht, die freilich keinen nosologischen Tatbestand kennzeichnet, sondern in enger Korrelation zu einem besonderen pathophysiologischen cerebralen Ablauf, eben dem Krampf, steht, der bestenfalls den Wert eines Krankheitssymptoms besitzt. Wenn dieses Symptom aber von sich aus imstande ist, bestimmt geartete Veränderungen im Gehirn hervorzurufen, wird man mit seinen Spuren überall da rechnen müssen, wo es auftritt, ganz gleichgültig durch welche Noxe es ausgelöst wird. Daß dies bei den ätiologisch verschiedensten Krankheiten tatsächlich so ist, wurde bereits am Beispiel der Spasmophilie, den Krämpfen bei Infektionskrankheiten, der Schwangeren-Eklämpsie usw. dargelegt. Aber das trifft natürlich auch auf die hirnprozeßhaften Erkrankungen zu, und deshalb ist zu erwarten, daß das morphologische Syndrom des Krampfschadens nicht nur als alleiniger Hirnbefund, sondern auch in Verbindung mit andersgenetischen cerebralen Veränderungen angetroffen wird. Andererseits müßte es möglich sein, das Krampfschaden-Syndrom willkürlich mit experimentellen bzw. zu therapeutischen Zwecken provozierten Krämpfen zu erzeugen. Beides ist der Fall.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag OHG. 1951

Authors and Affiliations

  • Willibald Scholz
    • 1
  1. 1.Hirnpathologischen Instituts der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie Max-Planck-Institut MünchenDeutschland

Personalised recommendations