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Die pathogenetische Situation im Gehirn

  • Willibald Scholz
Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 75)

Zusammenfassung

Als Spielmeyer 1927 die Pathogenese der Ammonshorn- und Kleinhirneränderungen erörterte, hatte er sich auf die Natur der frischen Gewebsveränderungen und die Beobachtungen der Chirugen am freiliegenden Gehirn bei generalisierten Krämpfen gestützt. Die Art des Nervenzellunterganges innerhalb „unvollständiger“ Gewebsnekrosen, wie er es nannte, war dieselbe, die er bei funktionellen Kreislaufstörungen der verschiedensten Genese beobachtet hatte. Er hatte ihr den Namen „ischämische NervenzellVeränderung“ gegeben, nachdem sich gezeigt hatte, daß ihr Vorkommen auf die Wirksamkeit dieses pathogenetischen Faktors beschränkt zu sein schien. Mit dem Rückschluß einer kreislaufbedingten Genese dieser Gewebsveränderungen standen die von chirurgischer Seite beobachteten schweren Störungen der Blutzirkulation vor und im Krampfanfall im Einklang. Das wesentliche Moment schien Spielmeyer die von Horsley, Foerster, Hartwell u. Kennedy, Leriche u. a. beobachtete präparoxysmale Anämie mit Volumensverringerung des Gehirns zu sein, und er sah deshalb in dieser dem Krampf vorausgehenden angiospastischen Anämie nicht nur das auslösende Moment für den Krampf, sondern auch die Ursache für die im Zusammenhang damit auftretenden HirngewebsVeränderungen. Freilich konnten andere Chirurgen wie F. Krause in der alsbald von schweren paroxysmalen Stauungen abgelösten präparoxysmalen Anämie kein obligates Phänomen sehen. Konstant war nur die im Anfall auftretende massive Füllung der cerebralen Blutgefäße, wobei es nach Penfield sogar zur Eröffnung arteriovenöser Anastomosen kommt.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. 1951

Authors and Affiliations

  • Willibald Scholz
    • 1
  1. 1.Hirnpathologischen Instituts der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie Max-Planck-Institut MünchenDeutschland

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