Bekämpfung der Viruskrankheiten

  • Gerhard Schramm
Part of the Organische Chemie in Einzeldarstellungen book series (ORGCHEMIE, volume 5)

Zusammenfassung

In der Chemotherapie bakterieller und parasitärer Infektionen sind in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte erzielt worden. Es ist bisher aber nicht gelungen, gegen typische Viruskrankheiten spezifisch wirksame Therapeutica zu finden. Dies ist vor allem darin begründet, daß die Virusvermehrung intracellular verläuft und so eng mit den normalen Wachstumsvorgängen der Zelle verknüpft ist, daß es schwierig ist, die Virusvermehrung zu hemmen, ohne die Zelle zu schädigen. Weiterhin bieten die Viren selbst für Antimetaboliten keinen unmittelbaren Angriffspunkt, da bei ihnen ein eigener Stoffwechsel fehlt. Die bei der Bekämpfung der Bakterien so wertvollen Antibiotica zeigen eine deutliche Wirkung nur bei den großen Virusarten der Psittakosegruppe, die auch nach ihren sonstigen Eigenschaften Übergangsformen zwischen Organismen und Viren darstellen. Penicillin wirkt hemmend auf die Entwicklung dieser Virusgruppe. Auch klinisch ist Penicillin bei Psittakose wirksam, nicht aber bei Lymphogranulom oder Trachom. Aureomycin zeigt bei Versuchen am Hühnerembryo eine günstige Wirkung, obwohl es in vitro die Viren nicht inaktiviert. Klinisch wird Aureomycin bei Psittakose und akutem Lymphogranulom angewendet. Auch bei der atypischen Pneumonie des Menschen zeigte es Erfolge. Sulfonamide sind ebenfalls bei einigen Viren der Psittakosegruppe wirksam, bei anderen dagegen nicht. Die Antibiotica wirken nicht mehr gegen das Pockenvirus und erst recht nicht gegen die noch kleineren Viren.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1954

Authors and Affiliations

  • Gerhard Schramm
    • 1
  1. 1.Max-Planck-Institut für VirusforschungTübingenDeutschland

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