Advertisement

Das Differente des differenzierten Normbegriffs

  • Hemmo Müller-Suur

Zusammenfassung

Daß der nach der sprachkritischen Methode gewonnene differenzierte Normbegriff den Anspruch erheben kann, daß der Gegenstand des Urteils, die beurteilte menschliche Persönlichkeit, ihn erfüllen soll, kommt daher, daß der menschlichen Persönlichkeit die gleiche Fähigkeit einsichtigen Urteilsvermögens zukommt wie dem Urteilenden, der als realer Inhalt, als der „Kern“ des Normbegriffs selbst vorzustellen ist.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Diese Stabilität des Strebens nach Normalität nennen wir auch geistigen Halt. Dieser, welcher im Gefüge der Persönlichkeit (ähnlich wie das Temperament im Sinne EWALDS durch die Lebensspannkraft) durch die „Vernunft“ charakterisiert ist und der die Differenzierung der Persönlichkeitsstruktur bestimmt, sowie seine praktische Bedeutung für das Normstreben soll an anderer Stelle näher behandelt werden. Im folgenden §30 gehen wir dazu kurzauf das Charakterproblem ein. Für eine Reihe spezieller Abnormitäten bei sogenannten Phantasten und bei Paranoikern und für das Hysterieproblem ist dies „Vernunftmoment“, das man auch als „Charakterkoeffizient“ bezeichnen kann (s. S. 63), von Bedeutung.Google Scholar
  2. 2.
    Kant, I.: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, 3. Abschn., 2. Aufl. d. Original-Ausg. S. 107/108.Google Scholar
  3. 1.
    Eckermann:Gespräche mit Goethe, Gespräch vom 13. 2. 1829.Google Scholar
  4. 2.
    Kant, I.: Grundl. zur Metaphys. d. Sitten, 1. c. S. 108.Google Scholar
  5. 3.
    Kant, I.: Krit. d. r. Vern. A 538, B 566 ff.Google Scholar
  6. 4.
    Kant, I.: Krit. d. r. Vern. A 550, B 578.Google Scholar
  7. 1.
    Kant, L: Krit. d. r. Vera. A 556/557, B 584/585.Google Scholar
  8. 1.
    Kant, I.: Kritik d. reinen Vernunft A 552, B 580.Google Scholar
  9. 2.
    Vgl. H. W. Gruhle:Der Charakter des Menschen.Nervenarzt 1947, 71.Google Scholar
  10. 3.
    Ich werde an anderer Stelle auf die Frage der Begriffe von Temperament und Charakter und insbesondere auch auf Ewalds Temperamentbegriff unter diesem Gesichtspunkt zurückkommen.Google Scholar
  11. 1.
    Kant, I.:Grundl. z.Metaphysik d.Sitten, Schluß d.1. Äbschn. 1.e. S. 23/24.Google Scholar
  12. 1.
    Näheres über diesen Sachverhalt findet man kurz dargestellt in: H. Mül-Ler-suur: Über das Verhältnis der naturwiss. und der geisteswiss. Betrachtungs-weise in der med. Psychologie, Nervenarzt 1947, 145. Wichtig zu dieser Frage ist Jaspers: Philosophie 2. Aufl. Berlin: Springer 1948 (Abschnitt über philosophische Weltorientierung) und seine Psychologie der Weltanschauungen, 3. Aufl. Berlin 1925.Google Scholar
  13. 1.
    Die Beziehungen der Genialität zur Differenziertheit und zum Charakter findet man dargestellt in: H. Müller-Suur: Vom Wesen des Genies. Z. psych. Hygiene 17 (1944).Google Scholar
  14. 2.
    Vgl. Sprangers Ausführungen über die sozial liebende Haltung: Lebensformen, 7. Aufl. Halle 1930.Google Scholar
  15. 1.
    Ewald:Lehrbuch d. Neurol. u. Psychiatrie, Kapitel über Psychotherapie.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag OHG. 1950

Authors and Affiliations

  • Hemmo Müller-Suur

There are no affiliations available

Personalised recommendations