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Die Notwendigkeit einer begrifflichen Klärung des psychisch Abnormen

  • Hemmo Müller-Suur

Zusammenfassung

Fast täglich wird der Psychiater gefragt, ob diese oder jene Erscheinung, ob dieser oder jener Mensch normal sei; fast täglich äußert sich der Psychiater zu dieser Frage meist ohne viel Bedenken und meist auch wohl, ohne daß Schwierigkeiten des Verstehens zwischen Fragendem und Befragten entstehen. Was normal sei, scheint als mehr oder weniger selbstverständlich festzustehen.

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    Vgl. F. Brentano: Wahrheit und Evidenz.Leipzig 1930.Google Scholar
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    Brentano, F. Wahrheit und Evidenz“.Leipzig 1930.Google Scholar
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    Indirekt geht in diese Urteile natürlich auch immer ein Repräsentations-verhältnis zwischen Begriff und Sache ein, so daß ein allein auf dem Evidenz-Erlebnis fußender (psychologischer) Wahrheitsbegriff nicht haltbar wäre. Man muß hier beachten, daß zwei Evidenzformen zu unterscheiden sind, welche unlösbar verbundene Teile eines Ganzen sind, und daß keine Teil-Evidenz allein als die ganze angesprochen werden darf: Beim richtigen Evidenzerlebnis baut sich auf dem Fundament der absoluten Erlebensgewißheit die relative Gewißheit der Erlebnisgegenstände auf, deren Gewißheitsgrad mit dem Einbau in ein unwidersprüchliches Beziehungssystem steigt. Hierauf habe ich in einem auf der Marburger Tagung der Ges. d. dtsch. Neurologen und Psychiater (1948) gehaltenen Vortrag hingewiesen. Vgl. H. Müller-suur: Das Gewißheitsbewußtsein beim schizophrenen und beim paranoischen Wahnerleben, Fschr. Neur. 1950, 44.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag OHG. 1950

Authors and Affiliations

  • Hemmo Müller-Suur

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