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Optische Agnosie

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Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 73)

Zusammenfassung

Der Begriff der Seelenblindheit und damit der agnostischen Störung überhaupt geht auf Munk127 zurück — die Bezeichnung Agnosie wurde ganz beiläufig von Freud49 in einer Studie über die Aphasie geprägt. Munk fand 1877 im Tierexperiment nach der Exstirpation bestimmter Großhirngebiete beim Hund eine Veränderung des Verhaltens gegenüber optischen Reizen, die er dahin deutete, daß der Hund zwar noch sehe, aber das Gesehene nicht mehr erkenne. Das Zustandekommen dieser „Seelenblindheit“stellte er sich so vor, daß die Erinnerungsbilder der einzelnen Gegenstände in der von ihm excidierten Stelle A1 an der Konvexität des Occipitallappens „in der Reihenfolge etwa, wie die Wahrnehmungen dem Bewußtsein zuströmen, gewissermaßen von einem zentralen Punkte aus in immer größerem Umkreis deponiert warden“. Durch Exstirpation der mit diesen Erinnerungsbildern beladenen Ganglienzellen fallen diese aus und die gesehenen Objekte können nicht mehr mit ihnen identifiziert, d. h. nicht mehr erkannt werden. Nun stellte schon Munk in seinen in jeder Hinsicht unzulänglichen Tierversuchen fest, daß dieser Zustand der Seelenblindheit nur ein vorübergehender war, der in wenigen Wochen abklang. Dies erklärte er damit, daß neue Wahrnehmungen nunmehr ihre Erinnerungsbilder in neuen, außerhalb der Excisionsstelle gewissermaßen in Reserve liegenden Ganglienzellen deponieren und so allmählich der zur normalen Wahrnehmung erforderliche Bestand an Erinnerungsbildern wieder aufgefüllt wird.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. in Berlin, Göttingen and Heidelberg 1950

Authors and Affiliations

  1. 1.NervenabteilungLudolf-Krehl-KlinikHeidelbergDeutschland

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