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Blutgerinnungsveränderungen unter der Einnahme von hormonalen Kontrazeptiva

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Zusammenfassung

Das Risiko thromboembolischer Erkrankungen als potentielle Nebenwirkung hormonaler Kontrazeption ist seit dem Jahre 1961 bekannt. Damals beschrieb Jordan (6) das Auftreten rezidivierender Embolien bei einer Patientin, die mit Sexualhormonen behandelt wurde. In der Folge wurden eine Vielzahl von kasuistischen Beobachtungen zu diesem Problemkreis veröffentlicht. Man versuchte außerdem den Zusammenhang zwischen thromboembolischer Erkrankung und der Anwendung hormonaler Kontrazeptiva über größere epidemiologische Studien zu klären. Die ersten dieser Studien waren sogenannte Case-Kontrollstudien, bei denen ein Kollektiv von Thrombosepatientinnen (bei Zugrundelegung der klinischen Diagnose) daraufhin untersucht wurde, ob sie die Pille eingenommen hatten oder nicht. Diese retrospektiven Studien zeigten, daß das relative Risiko thromboembolischer Erkrankungen bei hormonaler Kontrazeption um das etwa Achtfache ansteigt. Um das Risiko weiter zu präzisieren, versuchte man in prospektiven Kohortenstudien zusätzliche Informationen zu erhalten. Hierbei wird eine Gruppe von Pillenanwenderinnen mit einer vergleichbaren Gruppe prospektiv ausgewählt und während des Einnahmezeitraums die Häufigkeit thromboembolischer Erkrankungen beobachtet. Auch in diesen Studien bestätigt sich das erhöhte relative Risiko, wenngleich die Risikozunahme etwas geringer erscheint. Die absolute Häufigkeit thromboembolischer Erkrankungen liegt bei Pilleneinnahme bei 0,8 auf 1000 Frauen im Jahr und bei den Kontrollen bei 0,2. Die thromboembolische Gefahrdung ist offensichtlich nur whrend der Anwendung gegeben, Rauchen scheint keinen Einfluß auf die Entstehung venöser Thrombosen und ihrer Folgeerkrankungen zu haben. Die Summation anderer Risikofaktoren ist unsicher zu beurteilen und kann aus keiner der epidemiologischen Studien wirklich abgeleitet werden. Die Thromboemboliemortalität steigt nicht über die Inzidenz einer vergleichbaren Kontrollgruppe und liegt bei etwa 1 auf 100 000 Jahresanwendungen (Übersicht bei 10).

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG, Darmstadt 1985

Authors and Affiliations

  1. 1.Frauenklinik und Poliklinik rechts der Isarder TU MünchenMünchen 80Germany

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