Bedingungen ambulanter nervenärztlicher Versorgung

  • H. J. Bochnik
Conference paper
Part of the Tropon-Symposium book series (BAYERZNS, volume 9)

Zusammenfassung

In der alten Bundesrepublik sind etwa sieben Millionen Personen wegen psychiatrisch-neurologischer Leiden in ambulanter Behandlung. Die Rolle der ambulanten Versorgung wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen hält, daß die Zahl der in psychiatrischen oder neurologischen Einrichtungen stationär behandelten Patienten (mit knapp 290 000 oder 4%) ganz erheblich geringer ist. Mit der 1990 publizierten Nervenarztstudie wurde erstmals eine repräsentative Analyse der Strukturen und Patienten für ein Fachgebiet der ambulanten Versorgung vorgelegt. Untersucht wurde insbesondere, welche Erwartungen die Patienten an die Krankenversorgung stellen, die geographische Verteilung der Praxen, die Kompetenz der Ärzte sowie die Zusammenarbeit der Nervenärzte im Netz der fachlichen Krankenversorgung. Dabei kristallisierten sich verschiedene strukturelle Problembereiche heraus, darunter die psychosomatische Grundversorgung, die Rolle der Psychotherapie sowie die Integration von Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in die ambulante Krankenversorgung. Bei der Suchtbehandlung zeichnet sich eine nicht immer positiv zu bewertende Verlagerung in die Bereiche Sozialarbeit und Diplom-Psychologie ab.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • H. J. Bochnik

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