Advertisement

Tag der Praxis Freie Vorträge

  • K. Mahlstedt
  • K. König
  • M. Westhofen
  • J. Spaeth
  • L. Klimek
  • W. H. Döring
  • R. Mösges
  • M. Partheniadis-Stumpf
  • W. Mann
  • J. Maurer
  • R. Keerl
  • W. Draf
Conference paper
Part of the Verhandlungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie book series (VBDG HNO, volume 1992 / 2)

Zusammenfassung

Schmerzen und Bewegungsstörungen nach radikaler Halsdissektion sind für Patienten und Operateure ein bislang unbefriedigend gelöstes Problem. Neben neuralen und muskulären Ausfallserscheinungen sind konsekutive funktionelle Kopfgelenkstörungen zu beobachten, die der Manualtherapie zugänglich sind. Wir überprüften daher die Therapieerfolge der Manualtherapie bei 30 Patienten mit funktionellen Kopfgelenkstörungen und HWS-Beschwerden nach radikaler Halsdissektion. Bei allen Patienten wurden Schmerzen und subjektive Funktionseinbuße der Halswirbelsäule erfaßt. Die Objektivierung der HWS-Funktion erfolgte durch die Prüfung der Segmental- und Gesamtbeweglichkeit, die Muskelpalpation und die Prüfung auf Druckdolenz. Zu den apparativen Untersuchungen der HWS gehörten die anteriore/posteriore und seitliche Röntgenaufnahme nach Gutmann und die biometrische Röntgenfunktionsdiagnostik nach Arlen. Nach Ausschluß von ossären, vaskulären und neuralen Kontraindikationen wurde die Therapie entsprechend der Manualbefunde durch einen Manualtherapeuten vorgenommen. Die eingangs erfaßten Beschwerden und Befunde der Halswirbelsäule wurden mit dem Therapieergebnis innerhalb von 2- bis 4wöchigen Abständen verglichen. Bei 22 Patienten mit funktionellen Kopfgelenkstörungen nach radikaler Halsdissektion konnte durch Manualtherapie eine gebesserte bzw. freie HWS-Beweglichkeit erzielt werden. Es lagen hierbei sowohl kombinierte als auch isolierte Bewegungsstörungen der Segmente CO- bis C3 vor. Bei 13 dieser Patienten betrug das postoperative Intervall weniger als 2 Jahre, bei 9 Patienten lag der operative Eingriff mehr als zwei Jahre zurück. 18 der 22 Patienten mit objektiv gebessertem HWS-Befund gaben eine Abnahme der Schmerzen und Zunahme der Beweglichkeit an. In 8 Fällen beobachteten wir eine persistierende Gelenkblockierung der oberen Halswirbelsäule bei ungebessertem Beschwerdebild. Die Manualtherapie ist nicht nur bei alleinigem Vorliegen von funktionellen Kopfgelenkstörungen erfolgreich, sondern auch bei HWS-Motilitätsstörungen als Folge radikaler Halsdissektion. Sie erreicht selbst bei Patienten nach mehr als zweijährigem postoperativen Intervall Beschwerdefreiheit. Somit sind sekundäre muskuläre Dysbalancen und symptomatische Schmerzbehandlung neben akuten schmerzhaften Funktionsstörungen der Gelenke Indikationen für die Manualtherapie. Die Manualtherapie ist ein obligater Bestandteil der postoperativen Versorgung von Patienten nach radikaler Halsdissektion.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  • K. Mahlstedt
    • 1
  • K. König
    • 1
  • M. Westhofen
    • 1
  • J. Spaeth
    • 2
  • L. Klimek
    • 2
  • W. H. Döring
    • 2
  • R. Mösges
    • 2
  • M. Partheniadis-Stumpf
    • 3
  • W. Mann
    • 3
  • J. Maurer
    • 3
  • R. Keerl
    • 4
  • W. Draf
    • 4
  1. 1.HamburgDeutschland
  2. 2.AachenDeutschland
  3. 3.MainzDeutschland
  4. 4.FuldaDeutschland

Personalised recommendations