Degeneration des Ganglion spirale bei experimenteller Ischämie

  • M. Galić
  • W. Giebel
Conference paper
Part of the Verhandlungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie book series (VBDG HNO, volume 1990 / 2)

Zusammenfassung

Als Ursache für den akuten Hörverlust (Hörsturz) wird bei einem Teil der Patienten eine Ischämie der Cochlea vermutet. Eine langdauernde Thrombosierung der Meerschweinchencochlea wurde durch die Wirkung magnetischer Kräfte auf zirkulierende Eisenpartikel erzeugt. Das Cortische Organ war nahezu unbeschädigt. Neben der Degeneration der Stria vascularis fand sich ein Verlust von Gan-glienzellen im Ganglion spirale. Dieser ist abhängig von der Dauer der Thrombosierung und der Entfernung zum Magnetfeld. Der Magnet war an die erste Windung lateral angelegt worden. An der Basis der Cochlea war der Verlust an Ganglienzellen stärker als an der Spitze. Zwischen dem lateralen Anteil (magnetnahe) und dem medialen Anteil (magnetfern) zeigen sich keine gravierenden Unter-schiede. Die Anzahl der helleren Ganglienzellen scheint stärker reduziert als die Anzahl der dunklen Zellen. Besonders auffällig ist der Verlust der myelinisierten Axone. Im Ganglion spirale der thrombosierten Cochlea finden sich fast ausschließlich unmyelinisierte Axone. Die Räume der fehlenden Ganglienzellen sind durch Bindegewebe ersetzt. Dieser Verlust an Ganglienzellen würde erklären, weshalb das Hörvermögen in diesen Fällen auf Dauer geschä-digt ist, also nicht wieder hergestellt werden kann. Wenn beim ischämischen Hörsturz ähnliche Degenerationen der Ganglienzellen im Bereich des Ganglion spirale auftreten, wie bei diesem tierexperimentellen Hörsturz-Modell, würde dies erklären, weshalb bei einem Teil der Patienten das Hörvermögen nur unvollständig wiederhergestellt werden kann.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • M. Galić
    • 1
  • W. Giebel
    • 1
  1. 1.TübingenDeutschland

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