Schuldenregulierungsprogramme als Beitrag, Straffällige zu resozialisieren

  • Arthur Kreuzer
  • Harald Freytag
Part of the Forensia-Jahrbuch book series (FORENSIA, volume 1)

Zusammenfassung

Die Resozialisierungschancen Straffälliger hängen i. allg. von der Bewältigung ihrer psychosozialen und materiellen Probleme ab. Hierzu gehört immer häufiger eine flnanzielle Überschuldungslage. Bereits 1970 stellte Stehle (S. 292 ff.) die Behauptung auf, daß Resozialisierung ohne Schuldenregulierung scheitern müsse. Dieser Herausforderung haben sich mit Straffälligenhilfe befaßte soziale Dienste gestellt. Langsam, aber beständig hat sich so ein neues Arbeitsfeld für sie entwickelt. Zur Verbesserung dieses Ansatzes wurden in den vergangen 15 Jahren in fast alien Ländern der Bundesrepublik Deutschland meist mit öffentlichen Mitteln sog. Resozialisierungsfonds für überschuldete Straffällige gegründet. Hilfe wird inzwischen freilich auch von einer Reihe weiterer, meist nicht zielgrup-penorientierter Einrichtungen angeboten. Hierzu gehören neuerdings auch einige gewerbliche, kommerziell ausgerichtete Initiativen. Die Resozialisierungsfonds und gewerbliche Einrichtungen zur Schuldenregulierung seien hier vorgestellt. Die diesem Beitrag zugrundeliegenden empirischen Erkenntnisse haben die Ver-fasser in ihrer in den Jahren 1986–1987 durchgeführten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Untersuchung über Entschuldungspro-gramme gewonnen (Kreuzer u. Freytag 1988; Freytag 1989).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Arkenstette M, Wolsing T (1987) Schuldnerberatung - Wer kann’s am besten? Sozialmagazin 12:6/12–17Google Scholar
  2. Barton S (1982) Schuldenregulierung für Straffällige und Kriminalpolitik. Kriminol J 14:40–48Google Scholar
  3. Baumeister R (1988) Schuldnerberatung und Schuldenregulierung im Strafvollzug - Ein Projektbericht. Z Strafvollzug Straffalligenhilfe 37:323–327Google Scholar
  4. Frehsee D (1987) Schadenswiedergutmachung als Instrument strafrechtlicher Sozialkontrolle. Duncker & Humblot, BerlinGoogle Scholar
  5. Freytag H (1989) Entschuldungsprogramme für Straffällige - Eine kriminologischempirische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung des hessischen „Resozialisierungsfonds“. Forum-Godesberg, Bonn (Schriftenreihe der Bewährungshilfe, Bd 9)Google Scholar
  6. Gärtner S (1988) Gewerbliche Umschuldner - Das Geschäft mit der Armut blüht auch in Berlin. Informationsdienst der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung 3:4/22–25Google Scholar
  7. Hillermeier K (1980) Antwort an den Bayerischen Senat. Sen-Drucksache 189/80 vom 24. 9. 1980. Senatsamt, MünchenGoogle Scholar
  8. Hörmann G (1987) Verbraucher und Schulden. Nomos, Baden-BadenGoogle Scholar
  9. Janssen H, Kerner HJ (Hrsg) (1985) Verbrechensopfer, Sozialarbeit und Justiz - Das Opfer im Spannungsfeld der Handlungs- und Interessenkonflikte. Selbstverlag Bewährungshilfe, BonnGoogle Scholar
  10. Jung H (1988) Paradigmawechsel im Strafvollzug? Eine Problemskizze zur Privatisierung der Gefängnisse. In: Kaiser G, Kury H, Albrecht HJ (Hrsg) Kriminologische Forschung in den 80er Jahren - Projektberichte. Eigenverlag Max-Planck-Institut, Freiburg (Kriminologische Forschungsreihe, Bd 35/1, S 377–388)Google Scholar
  11. Kohl U (1989) Gewerbliche Schuldenregulierung. Informationsdienst der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung 4:1/15Google Scholar
  12. Kreuzer A (1978) Untersuchungshaft bei Jugendlichen und Heranwachsenden. Recht der Jugend und des Bildungswesens 26:337–356Google Scholar
  13. Kreuzer A (1982) Definitionsprozesse bei Totungsdelikten. Kriminalistik 36:428–495Google Scholar
  14. Kreuzer A (1985 a) Gefängnisüberfüllung - eine kriminalpolitische Herausforderung. In: Schwind HD (Hrsg) Festschrift für G Blau. De Gruyter, Berlin New York, S 459–486Google Scholar
  15. Kreuzer A (1985 b) Kriminalpolitik auf dem Prüfstand - Gefängnisüberfüllung und Kriminalitätsanstieg in der Diskussion. Aus Politik und Zeitgeschichte - Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“, S 3–16Google Scholar
  16. Kreuzer A, Freytag H (1988) Schuldenregulierungsprogramme für Straffällige. In: Kaiser G, Kury H, Albrecht JH (Hrsg) Kriminologische Forschung in den 80er Jahren - Projektberichte. Eigenverlag Max-Planck-Institut, Freiburg (Kriminologische Forschungsreihe, Bd 35/1, S 465–479)Google Scholar
  17. Kühne A (1982) Die Schuldensituation bei Strafgefangenen - Eine Untersuchung aus dem niedersächsischen Justizvollzug. In: Schwind HD, Steinhilper G (Hrsg) Modelle zur Kriminalitätsvorbeugung und Resozialisierung. Kriminalistik, Heidelberg, S 203–220Google Scholar
  18. Kuntz R (1988) Aktuelle Fragen zur Schuldnerberatung. Theor Prax Soz Arbeit 39:362–368Google Scholar
  19. Kury H (1986) Die Behandlung Straffälliger. Teilbd I: Inhaltliche und methodische Probleme der Behandlungsforschung. Duncker & Humblot, BerlinGoogle Scholar
  20. Liszt F von (1905) Das Verbrechen als sozial-pathologische Erscheinung. In: Liszt F von (Hrsg) Strafrechtliche Vorträge und Aufsätze, Bd. II. Guttentag, Berlin, S 230–250Google Scholar
  21. Lumma W (1988) Konjunktur der Pleitehelfer - Zur Situation der Schuldnerhilfe in Zeiten fortdauernder Armut. Bewährungshilfe 35:174–186Google Scholar
  22. Maelicke B (1977) Entlassung und Resozialisierung. Untersuchungen zur Sozialarbeit mit Straffälligen. Müller, HeidelbergGoogle Scholar
  23. Niederbühl R (1987) Einsparungen durch Schuldnerberatung. Blätter der Wohlfahrtspflege 134:238–240Google Scholar
  24. Reich F (1982) Bericht über die Beratungen der Arbeitsgruppe 3. In: Bundeszusammenschluß für Straffälligenhilfe (Hrsg) Straffälligenhilfe - politische Aufgabe. Selbstverlag Bundeszusammenschluß Straffälligenhilfe, Bonn, S 154–157Google Scholar
  25. Rössner D, Marks E, Hering RD (Hrsg) (1989) Die Praxis des Täter-Opfer-Ausgleichs. Forum-Godesberg, BonnGoogle Scholar
  26. Seebode M (1983) Verbrechensverhütung durch staatliche Hilfe bei der Schuldenregulierung Straffälliger. Rechtspolitik 16:174–181Google Scholar
  27. Statistisches Bundesamt (Hrsg) (1988) Statistisches Jahrbuch 1988 für die Bundesrepublik Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart Berlin Köln MainzGoogle Scholar
  28. Stehle A (1970) Ohne Schuldenregulierung scheitert die Resozialisierung. Z Strafvollzug Straffälligenhilfe 19:292–301Google Scholar
  29. Wilhelm W (1988) Wenn die Justiz bei der Schuldenregulierung als Gläubiger auftritt. Ein Bericht aus der Praxis. Bewährungshilfe 35:187–190Google Scholar
  30. Zimmermann D (1981) Die Verschuldung der Strafgefangenen. Erhebungen zum Schuldenstand und Erörterungen der rechtlichen Möglichkeiten für eine Schuldenregulierung. Müller, HeidelbergGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 1990

Authors and Affiliations

  • Arthur Kreuzer
  • Harald Freytag

There are no affiliations available

Personalised recommendations