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Perkutane versus offene Therapieverfahren bei der Harnleiterabgangsstenose

  • Dorothea Weckermann
  • R. Harzmann
Conference paper
Part of the Verhandlungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Urologie book series (VBDGUROLOGIE, volume 40)

Zusammenfassung

Als Therapie der Wahl bei primärer Harnleiterabgangsstenose gilt bisher die plastische Korrektur mit Kontinuitätsresektion; in mehr als 80% der Fälle kann hierdurch ein funktionell und kosmetisch gutes Resultat erzielt werden. Alternativ zur offenen Korrektur werden bei der primären Harnleiterabgangsstenose in neuerer Zeit endoskopische Verfahren angewandt; mit der antegraden bzw. retrograden Schlitzung des pyelo-ureteralen Übergangs werden -bei Verwendung geeigneter Instrumente und Materialien (Splintkaliber, Dauer der Harnleitersplin-tung) — in bis zu 90% gute Ergebnisse erzielt (1,3). Als Kontraindikationen für perkutane Verfahren werden langstreckige Stenosen, massive Kalikektasien und ausgedehnte Fibrosen am pyeloureteralen Übergang genannt. Bei sekundären Stenosen des Harnleiterabgangs nach Trauma, Entzündung oder Voroperation werden allgemein perkutane Techniken bevorzugt. Die Erfolgsrate liegt bei 80% (1,2). Einzelne Publikationen empfehlen bei weniger ausgeprägten Engen die Ballondilatation (4–6). Die Langzeitresultate sind allerdings schlecht. Wir führen bei der primären Harnleiterabgangsstenose vorwiegend die Kontinuitätsresektion nach Ander-son-Hynes durch. Der hohe Harnleiterabgang, langstreckige Stenosen und ausgedehnte Kalikektasien werden immer primär offen operiert. Bei narbigen, sekundären Harnleiterabgangsstrikturen wurde demgegenüber die antegrade Schlitzung des pyeloureteralen Übergangs mit nachfolgender sechswöchiger Splintung (PUSS Charr.141) vorgenommen (n = 10). Verglichen mit den Daten der Literatur sind unsere Ergebnisse der perkutanen Schlitzung und Langzeitsplintung schlechter (Erfolgsrate 60%) (Abb.1a, b). Mit der Harnleiterdilatation (n = 10) wurden durchaus schlechtere Langzeitresultate erzielt: Fast ausnahmslos war nach 2 Jahren der Ausgangsbefund wiederhergestellt (Abb. 2).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • Dorothea Weckermann
    • 1
  • R. Harzmann
  1. 1.Urologische KlinikZentralklinikum AugsburgAugsburgDeutschland

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