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Neuere Wandlungen des Demenzbegriffs

  • H. Lauter
  • A. Kurz
  • R. Zimmer
Chapter
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie book series (VDGNEUROLOGIE, volume 5)

Zusammenfassung

Manche diagnostischen Begriffe in der Psychiatrie unterliegen im Laufe ihrer jahrelangen Anwendung einem schleichenden Abnutzungs- und Entwertungsprozeß, der schließlich Änderungen ihres Bedeutungsgehalts nach sich zieht. Es kann sich beispielsweise herausstellen, daß unter dem Einfluß tradierter theoretischer Konzepte und regionaler Schulmeinungen verschiedenartige Termini für gleiche oder ähnliche Sachverhalte entstanden sind und daß hieraus unerwünschte begriffliche Überschneidungen resultieren. Andere Begriffe können sich aber auch deshalb als unbrauchbar erweisen, weil ihre Bestimmungskriterien nicht exakt festgelegt sind und unterschiedliche Definitionen zulassen. Termini mit einem unklaren und mehrdeutigen empirischen Gehalt taugen nicht zur gegenseitigen Verständigung. Diagnostische Termini können auch deshalb korrekturbedürftig sein, weil die in ihnen enthaltenen Gesetzesaussagen — z.B. über die regelhafte Zusammengehörigkeit bestimmter Symptome oder ihrer Verursachung durch eine gemeinsame Ätiologie — in Frage gestellt werden muß oder nicht verifiziert werden kann. Gerade auf dem Gebiet der psycho- organischen Syndromlehre sind solche terminologischen Verschleißerscheinungen besonders deutlich, weil sich ein einheitliches, allgemein anerkanntes und eindeutig definiertes Kategoriesystem zunächst nicht entwickelt hat. Noch vor wenigen Jahren konnte deshalb Alsen [2] die babylonische Sprachenverwirrung beklagen, die in bezug auf Terminologie und Klassifikation organischer Psychosyndrome bestand.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • H. Lauter
  • A. Kurz
  • R. Zimmer

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