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Wirbelsäule und Nervensystem im Alter

  • K. Schimrigk
  • G. Walter
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie book series (VDGNEUROLOGIE, volume 5)

Zusammenfassung

Erkrankungen der Wirbelsäule stehen, wie einem Bericht der Bundesregierung Anfang September 1988 entnommen werden konnte, als Ursache anerkannter Behinderungen an erster Stelle. Zusammen mit Bindegewebs- und Muskelerkrankungen weist sie die Rentenzugangsstatistik an zweiter Stelle (19,8%) hinter den Herz-Kreislauf-Krankheiten (40,4%) aus [13]. So wie jene zu einem interdisziplinären Problem geworden sind, so sind die Erkrankungen des Skelettsystems und Bewegungsapparates auf dem besten Wege dahin. Herzarrhythmien z.B., das ist geläufig, können Ursache akuter zerebraler Störungen sein. Wir wissen aber auch, daß Arrhythmien durch zerebrale Erkrankungen ausgelöst werden können [14]. Ebenso gibt es primär neurogene Krankheiten, die sich auf das Skelettsystem auswirken, wie z.B. periphere Nervenschäden, Polyneuro- und Myopathien. Hier wie dort führt uns die Multimorbidität in den höheren Altersgruppen immer häufiger mit diesen sich überschneidenden Ursachen zusammen. Nach Untersuchungen von Franke [7] ist die Stellung nur einer einzigen Diagnose bei Patienten bis zum 20. Lebensjahr in 80% der Fall, bei über 50jährigen in nur noch 3% und bei über 80jährigen praktisch in 0%. Der Anteil von Zweitkrankheiten ist bei Patienten über 60 Jahren, die zur Klärung vertebragener Beschwerden in unsere Klinik eingewiesen wurden, ebenfalls recht hoch, und nicht selten mußten diese, zunächst die Diagnostik beherrschenden Beschwerden hinter schwerwiegendere Grundkrankheiten wie Herzinsuffizienz (48,0%), Hypertonie (37,6%) oder Diabetes mellitus (22,3%) zurücktreten (Tabelle 1).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • K. Schimrigk
  • G. Walter

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