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Zur Entstehung des Neuen in den Naturwissenschaften — dargestellt an einem Beispiel der Chemiegeschichte

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Part of the Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften book series (HD AKAD, volume 1985 / 1)

Zusammenfassung

Das Thema dieses Vortrags bedarf einer eingrenzenden Vorbemerkung: Auf die Frage nach der „Entstehung des Neuen“ kann es keine Antwort geben, die für alle kreativen Bereiche menschlichen Schaffens allgemein gültig ist. Selbstverständlich gibt es großartige schöpferische Leistungen, die — wie z. B. in der Musik, der Bildenden Kunst oder der Literatur — ganz anders entstehen wie der wissenschaftliche Fortschritt, der im folgenden allein behandelt werden soll. Unser Thema ist also der Prozeß der Entwicklung neuer Vorstellungen und Erkenntnisse in den Wissenschaften. Aber selbst für die Wissenschaften insgesamt glaube ich nicht sprechen zu können; denn die Geisteswissenschaften unterscheiden sich in vielen Aspekten ihrer wissenschaftstheoretischen und methodischen Grundlagen von den experimentellen Naturwissenschaften, und Ähnliches gilt — wenn auch aus anderen Gründen — für die Entstehung des Neuen in der unmittelbar auf die praktische Anwendung orientierten Forschung, also für die Ingenieurwissenschaften und die Technik im weiteren Sinne. Ich habe daher mein Thema eingeengt auf die „Entstehung des Neuen in den Naturwissenschaften “, und ich will weiter durch den Zusatz „dargestellt an einem Beispiel der Chemiegeschichte“ deutlich machen, daß ich dieses Thema nicht abstrakt vom wissenschaftstheoretischen Standpunkt aus diskutieren kann, sondern daß ich mich damit ausgehend von dem mir vertrauten und sicheren Boden meines eigenen Faches auseinandersetzen möchte.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  1. 1.Abteilung Organische ChemieMax-Planck-Institut für Medizinische ForschungHeidelbergDeutschland

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