Humanbiologie pp 143-153 | Cite as

Zwillingsforschung

  • P. Propping
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 121)

Zusammenfassung

Im Jahre 1935 hat der Erbbiologe Fritz Lenz in einem Übersichtsartikel geschrieben: „Zwillingsuntersuchungen über physiologische Eigenschaften werden (daher auch) nichts grundsätzlich Neues ergeben gegenüber dem, was der Genetiker über die Ursachen der Variabilität normaler Eigenschaften schon weiß. Trotzdem haben solche Untersuchungen auch in Zu-kunft einen gewissen praktischen Wert. Sie werden auch den Kliniker, der nicht erbbiologisch zu denken gewöhnt ist, allmählich an den Gedanken gewöhnen, daß die Grundlage aller Reaktionsmöglichkeiten des Organis-mus in der Erbmasse liegt.“ Nachdem in den zwanziger Jahren die wissen-schaftlichen Grundlagen für die Anwendung der Zwillingsmethode gelegt worden waren, relativierte ein fiihrender Fachvertreter ihren Wert einige Jahre später schon wieder. Der Grundgedanke der Zwillingsmethode ist, daß man durch den Vergleich eineiiger Zwillinge mit zweieiigen den gene-tischen Anteil an der Ausprägung eines Merkmals abschätzen kann, ohne dafur die verantwortlichen Erbanlagen kennen zu müssen. Dies diirfte auch der Grund sein, weshalb die Zwillingsmethode häufig gerade geneti-sche Laien zu überzeugen vermag. Der Fachmann ist aber—wie dies im Eingangszitat zum Ausdruck kommt—schon frühzeitig auf ihre Grenzen aufmerksam geworden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1973

Authors and Affiliations

  • P. Propping

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