Humanbiologie pp 182-199 | Cite as

Genetik des Alterns

  • H. Höhn
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 121)

Zusammenfassung

Altern bedeutet Verfall von Struktur und Funktion eines Organismus nach der geschlechtlichen Reifung. Der alternde Mensch zeigt zunehmende Un-fähigkeit, unabhängig von Änderungen seiner Umwelt ein konstantes Stoffwechselgleichgewicht (Homöostase) zu erhalten. Diese Unfähigkeit, Änderungen der Umwelt durch entsprechende interne Regulation ausglei-chen zu können, wird in einfachen Erfahrungen und Versuchen immer wieder als universelles Dogma des Alterungsprozesses belegt. Ein häufiges Beispiel ist das Versagen der Thermoregulation: In (nicht klimatisierten) Altenheimen besteht eine deutliche Korrelation zwischen AuBentempera-tur und Mortalität. Werden im Tierexperiment 4 Monate alte Mäuse für 14 Tage Temperaturen von nur 6°-7°C ausgesetzt, so überleben 82% der Tie-re. Nach Kälte-Exposition von 20 Monate „alten“ Mäusen überleben je-doch nur noch 15% im Vergleich zu Kontrolltieren. Aus der menschlichen Pathologie sind neben Beispielen versagender Thermoregulation viele wei-tere Systeme bekannt, in denen der alternde Organismus unter Streß-Be-dingungen (Umweltveränderungen) seine homöostatische Regulation ver-liert. Erwähnt seien hier nur Entgleisung des Flüssigkeits- oder des Säure-Basen-Haushaltes, der Regulation des Blutzuckerspiegels oder der Verträg-lichkeit von Medikamenten bei alteren Patienten.

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Weiterführende Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1973

Authors and Affiliations

  • H. Höhn

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