Gesundheitsausgaben

  • Klaus-Dirk Henke
Conference paper
Part of the Medizinische Informatik und Statistik book series (MEDINFO, volume 29)

Zusammenfassung

  1. (1)

    Informationen zu den Gesundheitsausgaben stammen aus zahlreichen Quellen und sind je nach Betrachtungsweise unterschiedlich strukturiert.

     
  2. (2)

    Ausgabedaten werden stufenweise und von verschiedenen Organisationen aggregiert.

     
  3. (3)

    Die Daten zur Bestimmung der Gesundheitsausgaben fallen bei den Leistungserbringern (Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken etc.) an und werden dann von den kassenärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen, Apothekenrechenzentren etc. auf der ersten Stufe aggregiert. Dort werden die Ausgabenstatistiken für die Kostenrechnung, Leistungsvergütung und für Verwaltungszwecke erstellt. Sie dienen den Kassen darüber hinaus als Orientierungsgröße bei der Beitragsbemessung. Die Ausgabenstatistiken werden von den Landes- und Bundesverbänden, getrennt nach Kassenarten, zusammengeführt und durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung für alle gesetzlichen Krankenkassen zusammengefaßt. Darüber hinaus führt das Statistische Bundesamt für die Jahre ab 1970 alle öffentlichen und privaten Gesundheitsausgaben (öffentliche Haushalte, Ausgaben der GKV, Renten-, Unfallversicherung, Private Krankenversicherung, Arbeitgeber und private Haushalte) nach Ausgabenträgern, Ausgaben- und Leistungsarten in einer Statistik zusammen.

     
  4. (4)

    Die Gesundheitsausgaben werden zusammengefaßt und nach unterschiedlichen Aggregationsstufen in den Geschäftsberichten einzelner Krankenkassen, der Landes- und Bundesverbände der Einzelkassen sowie in den Veröffentlichungen der Kassenärztlichen Vereinigungen, sowie anderer Ausgabenträger (Rentenversicherung, Unfallversicherung, Gebietskörperschaften etc.) veröffentlicht.

     
  5. (5)
    Die Veröffentlichungen unterscheiden sich nach organisatorischen, leistungsrechtlichen Kriterien und nach Merkmalen der Versicherten. Bei den mehr organisatorisch und leistungsrechtlich orientierten Ausgabenstatistiken handelt es sich um eine Ausgabengliederung nach:
    • Ausgabenarten

    • Ausgabenträgern

    • Leistungsarten

    • Leistungsträgern

    • Kassenarten und

    • Versicherten.

    Bei der Einteilung je Versicherten innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt die Unterteilung in der Regel nach:
    • Rentnern
      • -- ohne Familienangehörige

      • -- mit Familienangehörigen

    • Mitgliedern (ohne Rentner)
      • -- Pflichtmitglieder

      • -- Beitragszahler (Stammversicherte)

      • -- Familienangehörige

      • -- Freiwillige Mitglieder

      • -- Beitragszahler (Stammversicherte)

    • Familienangehörige.

    Seltener werden die Ausgaben nach Merkmalen unterteilt, die direkt für eine Effizienzbeurteilung von Bedeutung wären. Dazu zählen - neben den bereits verwendeten Einteilungen - Gruppierungen nach der Art ärztlicher Verrichtungen sowie nach Krankheitsarten. Auch die Untergliederung nach demographischen (Alter, Geschlecht, Familienstand etc.) und sozioökonomischen Variablen (Einkommen, Beruf, etc.) wird nur selten vorgenommen.

     
  6. (6)

    Daten über Gesundheitsausgaben existieren bei den obengenannten Ausgabenträgern und auf den verschiedenen Aggregationsebenen. Ausgabendaten der GKV insgesamt sind in der Sozialdatenbank gespeichert; für alle Ausgabendaten faßte das Statistische Bundesamt die Daten in einem Bericht zusammen, der fortgeschrieben werden soll.

     

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1981

Authors and Affiliations

  • Klaus-Dirk Henke

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