Seuchen

  • Helmut Vogt

Zusammenfassung

In packender Eindringlichkeit gibt der Petrarca-Meister jener grauenvollen Vorstellung Ausdruck, die seine Zeit mit dem Begriff der Pest verband. Nur einer der Betroffenen ist noch am Leben, der Schwerkranke auf dem Bett. Gerade hat sein Arzt mit einer Aderlaßfliete (S.119) die Bubonen der entblößten linken Achselhöhle geöffnet. Auf ein daruntergelegtes Tuch fließt dickrahmiger Eiter. Alle übrigen „Verpesteten“ sind gestorben. Tot liegt der Knecht neben seinem verendeten Pferd auf dem Misthaufen und der Bauer zwischen den Kadavern von Hund und Katze, Hahn und Taube auf dem Hausboden. Einsam steht die Frau des Schwerkranken in Bildmitte. — (Übrigens enthielt das leere Feld der linken oberen Ecke ursprünglich auf der um 1520 geschaffenen Darstellung die Pestheiligen St. Sebastian und St. Rochus. Da das Buch jedoch erst 1532, nach Ausbreitung der Reformation, erschien und der Verleger mit vorwiegend protestantischen Lesern rechnete, wurden sie getilgt [Scheidig]).

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Copyright information

© J. F. Bergmann Verlag München 1980

Authors and Affiliations

  • Helmut Vogt
    • 1
  1. 1.FlensburgDeutschland

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