Anästhesie bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma

  • J.-P. A. H. Jantzen
Conference paper
Part of the Refresher Course Aktuelles Wissen für Anästhesisten book series (REFRESHER COUR, volume 22)

Zusammenfassung

In Deutschland ist per annum mit annähernd 300000 Schädel-Hirn-Verletzten zu rechnen, von denen ein großer Teil der chirurgischen Versorgung bedarf. Die Mehrzahl der operativen Eingriffe betrifft allerdings nicht das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark), sondern extrakranielle Begleitverletzungen und wird in Krankenhäusern ohne neurochirurgische Abteilung durchgeführt. Die Aufgaben des Anästhesisten im Rahmen der Versorgung des Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma umfassen die notärztliche Versorgung am Unfallort und während des Transportes, die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen während der Diagnostik in der Notaufnahme und ggf. in der Neuroradiologie, die Anästhesie für die chirurgische Versorgung sowie die postoperative Behandlung im Aufwachraum oder auf der Intensivstation. Weil die Mehrzahl neurotraumatisierter Patienten primär in Krankenhäuser ohne neurochirurgische Abteilung eingeliefert wird, obliegt die Versorgung in der Regel einem nicht in erster Linie neurologisch orientierten Anästhesisten. Trotzdem müssen die Grundsätze der Neuroanästhesie bei der Primärversorgung und der Narkoseführung berücksichtigt werden. Dies erfordert Kenntnisse der Physiologie des Gehirns, der Wirkungen der Anästhetika auf das Gehirn sowie der Spezifika intrakranieller Eingriffe:
  • Die zerebrale Ischämietoleranz ist der limitierende Faktor aller lebenserhaltenden Maßnahmen.

  • Der Schädel bildet einen Starling-Widerstand.

  • Der intrakranielle Druck ist eine Determinante des zerebralen Perfusionsdruckes.

  • Die Undehnbarkeit der Dura mater bewirkt eine hohe Elastance.

  • Autoregulation der zerebralen Durchblutung.

  • CO2-Reagibilität der intrakraniellen Gefäße.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • J.-P. A. H. Jantzen

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