Einführung

  • G. Hildebrandt
  • Chr. Gutenbrunner

Zusammenfassung

Die besondere Stellung der Bäder- und Klimaheilkunde in der Medizin wird schon an wenigen charakteristischen Merkmalen deutlich:
  • Die angewendeten therapeutischen Mittel gehören größtenteils der natürlichen Umwelt an und werden möglichst unverändert aus ihr entnommen (ortsgebundene Heilmittel). Mit vielen der Wirkfaktoren setzt sich auch der gesunde Mensch ständig auseinander (elementare Reize). Dieses äußerliche Merkmal ist häufig Anlaß, die Bäder- und Klimabehandlung den naturgemäßen Heilweisen zuzuordnen (Naturheilkunde) und dadurch dem Bereich der naturwissenschaftlich fundierten Medizin in verhängnisvoller Weise zu entfremden. Wichtiger ist die Folgerung, daß dieses therapeutische Fachgebiet eine gründliche Kenntnis der natürlichen Umweltfaktoren und ihrer Wirkungen auf den menschlichen Organismus voraussetzen muß (Umweltphysiologie), wobei auch psychosoziale und ökologische Umweltbeziehungen einzuschließen sind.

  • Bäder- und Klimabehandlung werden von alters her in Form einer Kurbehandlung durchgeführt, d. h. als eine in der Regel mit Ortswechsel verbundene und in einem spezifischen Kurortmilieu stattfindende Serien- bzw. Langzeitbehandlung. Da neben den speziellen Heilanwendungen stets komplexe Milieufaktoren mitwirken, ergeben sich besondere Schwierigkeiten für die Wirkungsanalyse. Die kontinuierliche oder regelmäßig wiederholte Auseinandersetzung des Patienten mit den Kurfaktoren läßt vermuten, daß natürliche reaktive Anpassungsleistungen des Organismus (Adaptationen) mit entsprechendem Zeitbedarf wesentliche Bestandteile des Wirkungsmechanismus der Kurbehandlungen sind.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • G. Hildebrandt
  • Chr. Gutenbrunner

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