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Isotretinoin

  • Gerd Plewig
  • Thomas Jansen
Conference paper
Part of the Fortschritte der praktischen Dermatologie und Venerologie book series (DERMATOLOGIE, volume 14)

Zusammenfassung

Isotretinoin (13-cis-Retinsäure, Roaccutan) kommt aus der Gruppe der Vitamin-A-Verbindungen. Es stellt einen wesentlichen Teil der Geschichte der Aknetherapie dar und ist damit gleichzeitig ein wichti ges Kapitel in der Geschichte der Dermatologie. Die Bedeutung des Medikamentes ist zur Zeit kaum ab zuschätzen. Ohne Übertreibung handelt es sich um das wirksamste Medikament, das je in der Aknetherapie eingesetzt wurde. Es ist in Deutschland zur Be handlung schwerer, therapieresistenter Formen der Akne, insbesondere Acne conglobata und Acne fulminans, registriert. In der Hand eines versierten Dermatologen kann sich Isotretinoin bei zahlrei chen weiteren Indikationen als wirksam erweisen [8]. Schwere Verläufe der Rosazea (Grad II und III), alle besonderen Varianten wie Rosacea conglobata, Rosacea fulminans (Pyoderma faciale), lupoide Ro sazea und andere therapieresistente Formen stellen ebenfalls eine dankbare Indikation für Isotretinoin dar. Die Dosierung ist gewöhnlich etwas niedriger als bei Akne. Neue Wege eröffnet die niedrigdosierte Isotretinointherapie, bei der das Risiko von unerwünschten Wirkungen deutlich verringert ist [1]. Das Alter des Patienten spielt für die Entscheidung zur Isotretinointherapie praktisch keine Rolle. Bei jedem Patienten, bei dem durch eine überzeugend geführte und erfolgreiche Therapie das Selbstbewußtsein gehoben werden kann, psychosoziale Konflikte verhindert und Vernarbung von Haut und Psyche vermieden werden können, ist die richtige Indikation für dieses Medikament gestellt worden. Einige der von uns behandelten Patienten waren erst 13 Jahre alt, als wir, nach sorgfältiger Abwägung und mit Zustimmung der Eltern, eine derartige Therapie durchgeführt haben. Bei Frauen im gebär fähigen Alter und mit Kinderwunsch sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, die einen Schwangerschaftsausschluß (vor der Therapie, dann alle 6-8 Wochen) und eine sichere Kontrazeption (bis 4 Wochen nach der Therapie) umfassen. Labor kontrollen vor und während der Therapie (nach 2 Wochen, dann alle 4 Wochen) gehören zum festen Bestandteil der ärztlichen Betreuung wie Erkundi gung nach Verträglichkeit und sorgfältige Inspek tion des Hautbefundes. In dieser Arbeit soll exem plarisch auf einige Krankheitsbilder eingegangen werden, bei denen eine Isotretinointherapie in Be tracht gezogen werden kann. Die Vorteile einer niedrigdosierten Isotretinointherapie werden ange sprochen. Darüber hinaus sollen einige Aspekte der topischen Isotretinoinbehandlung dargestellt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1995

Authors and Affiliations

  • Gerd Plewig
  • Thomas Jansen

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