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Ovarialtumoren

  • H.-E. Stegner
Part of the Spezielle pathologische Anatomie book series (SPEZIELLE, volume 20 / 2)

Zusammenfassung

Die Geschwülste des Ovars sind von großer Erscheinungsvielfalt. Zystische und solide Tumoren sowie Kombinationsformen sind zu unterscheiden. Die Zysten können unilokulär oder vielfach gekammert sein, die inneren und äußeren Oberflächen papilläre Exkreszenzen tragen. Die soliden Tumoren können von homogener Struktur sein oder durch ünterschiedliche Gewebskomponenten ein buntscheckiges Bild bilden. Ovarialtumoren treten einseitig oder doppelseitig auf. Je nach Geschwulsttyp überwiegt uni- oder bilaterale Entwicklung (Tabelle 2). Die Größe der Tumoren reicht von mikroskopischen Tumorkeimen bis hin zu grotesken, das gesamte Abdomen füllenden Geschwülsten. Mit der Größe wächst die Neigung zur Nekrobiose. Durch Nekrose und myxomatöse Umwandlung entstehen pseudozystische Hohlräume. Lipidgehalt bewirkt Gelb- oder Orangefärbung, Einblutungen rote oder rot-braune Verfärbung. Teratoide Geschwülste können aufgrund organoider Bestandteile (Knochen, Knorpel, Zähne) röntgenologisch identifiziert werden. Neben der konventionellen Röntgendiagnostik hat die Entwicklung und Verfeinerung bildgebender Verfahren wie die Sonographie, Computertomographie und die nukleäre Magnetresonanz (NMR) die Möglichkeiten der präoperativen Abklärung adnexaler Tumoren erheblich verbessert. Lymphographie und Immunszinzigraphie erlauben eine genauere klinische Erfassung des Progressions- und Ausbreitungsstadiums maligner Ovarialtumoren. Unabhängig von den Fortschritten der klinischen Diagnostik bleibt die histologische Untersuchung die entscheidende und unverzichtbare Maßnahme zur Typen- und Dignitätsbestimmung der Ovarialgeschwülste. Die intraoperative Schnellschnittdiagnostik ist dabei angesichts der häufig heterogenen Strukturen von begrenztem Wert. Eine exakte Subklassifikation in benigne Tumoren, Borderlinetumoren und eindeutig bösartige Geschwülste und die Erfassung des „Atypiemaximums“ bei heterogenen Tumoren (z.B. Keimzelltumoren) oder Mischgeschwülsten (z. B. Müller-Neoplasien) ist nur bei Untersuchung multipler repräsentativer Areale am paraffineingebetteten Material möglich.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • H.-E. Stegner
    • 1
  1. 1.Abt. für gynäkologische Histopathologie und ElektronenmikroskopieFrauenklinik der UniversitätHamburgBundesrepublik Deutschland

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