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Hämodialyse und Hämofiltration

  • W. Wizemann
Part of the Klinische Anästhesiologie und Intensivtherapie book series (KAI, volume 45)

Zusammenfassung

Dialyse ist ein technischer Prozeß, der nur unvollkommen und weitgehend unphysiologisch die exkretorische Nierenfunktion ersetzen kann Der große Erfolg der maschinellen Nierenersatztherapie beruht fast ausschließlich auf Empirie und ist daher nur teilweise rational erklärbar. Beide Hauptziele der Dialysetherapie — Entfernung von „Urämietoxinen“ und Normalisierung des Salz- und Wasserhaushalts von urämischen Patienten — können mangels exakter Zielparameter nur durch klinische Erfahrung mit dieser Therapie und nur annähernd durch Meßparameter erreicht werden. So kann beispielsweise die Hämodialysetherapie nur ca. 2% des theoretisch möglichen Urämietoxinspektrums von Substanzen mit einem Molekulargewicht von 0–67000 überhaupt verändern, ca. 97% des physiologischen Exkretionsspektrums gesunder Nieren bleiben unbeeinflußt Hinzu kommt, daß das Wissen um die Natur und Wirkungsweise von sog. Urämitoxinen weitgehend unbekannt ist und selbst aus dem theoretisch durch Dialyse änderbarem Substanzspektrum die klinisch gebräuchlichen Meßparameter Harnstoff und Kreatinin weitgehend atoxisch sind [1]. Kriterien der Zielgröße „physiologischer Hydratationszustand“ beruhen vorwiegend auf einer klinischen Einschätzung, die je nach Erfahrung des Untersuchers mit einer Fehleinschätzung von mehreren Litern Wasser verbunden sein kann. Hauptvoraussetzung für eine erfolgreiche Hämodialysebehandlung ist somit die klinische Erfahrung des Dialysearztes. Diese empirische Basis erfordert ein besonderes Maß an Verantwortung, insbesondere in der Erkennung der Grenzen der Dialysetherapie.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  • W. Wizemann

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