Rhythmische Strukturen in der Physiologie des Menschen und in der Musik

  • Gunther Hildebrandt
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Zusammenfassung

Goethe hat in seiner zahmen Xenie »Wär nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken«, deren Inhalt schon auf den antiken Philosophen Plotinos (205–270 n. Chr.) zurückgeht, der Überzeugung Ausdruck gegeben, daß nur das von uns erkannt und erlebt werden kann, für welches in uns bereits wesensgleiche Strukturen und Organe vorgebildet sind. Musikalisches Erleben, sei es zum ästhetischen Genuß oder in therapeutischer Absicht, setzt demnach Bildungen im Menschen voraus, die musikalischen Gesetzmäßigkeiten gehorchen. Dies gilt nicht nur für das unmittelbar aufnehmende Gehörorgan, für das z. B. in Gestalt der Schnecke entsprechende Bildungsgesetze bekannt sind, vielmehr gilt es auch für den ganzen Organismus, denn der ganze Mensch ist als Bewegungsorganismus, als Empfindungsorganismus und als Gedankenorganismus am Erleben der Musik beteiligt.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  • Gunther Hildebrandt

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