Advertisement

Zusammenfassung

Die maligne Hyperthermie ist die wahrscheinlich gefährlichste Komplikation der allgemeinen Anästhesie [104], die unbehandelt in 70–80% der Fälle zum Tod des Patienten unter dem Zeichen des Herzversagens führt. Die ersten Berichte, die sich mit dem Problem „Hyperthermie und Narkose“ befaßten, gehen auf die Jahrhundertwende zurück [140]. 1916 publizierte Moschcowitz [293] eine Übersicht von 12 Fällen mit unerklärlichen postoperativen Temperaturanstiegen (Abb. 1.1), die als eine Form von „Hitzschlag“ gedeutet wurden. Es dauerte noch fast ein halbes Jahrhundert, bis diese Episoden als eigenständige Narkosekomplikation bzw. als Krankheitsbild „sui generis“ erkannt wurden. Es war das Verdienst von Denborough u. Lovell [98], 1960 erstmalig den Zusammenhang zwischen der Narkose als auslösendem Faktor und Erblichkeit der Disposition herzustellen. Erst Anfang der 70er Jahre wurde die MH auch hinsichtlich ihrer klinischen Relevanz zunehmend beachtet. Ende der 70er Jahre wurde die MH als die häufigste anästhesieinduzierte Todesursache in Nordamerika [93] und Europa [105] angesehen. Rückblickend ist davon auszugehen, daß die eigentliche Geschichte der MH spätestens mit dem Einsatz der klassischen und experimentell als MH-Triggersubstanzen erwiesenen Anästhetika wie Chloroform und Äther [63, 171] begonnen haben muß, also weit in das letzte Jahrhundert zurückreicht [215, 374].

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992

Authors and Affiliations

  • N. Roewer
    • 1
  1. 1.Abteilung für AnästhesiologieUniversitäts-Krankenhaus EppendorfHamburg 20Germany

Personalised recommendations