Die somatisch versprengten psychisch kranken Alten

  • R.-M. Schütz
Conference paper

Zusammenfassung

Ein klinisch tätiger Internist und Geriater hat es meist mit alten Menschen zu tun, deren herausragendes Merkmal die Multimorbidität ist. Sie werden in der Regel wegen der verschiedensten organischen Leiden - meist arteriosklerotischer Genese oder durch Infekte sowie Tumorkrankheiten bedingt - stationär eingewiesen. Viele von ihnen kommen aber auch „nur“ mit dem Vermerk „kann sich nicht selbst versorgen“, „zerebralsklerotisch verwirrt“, „allgemeine Hilflosigkeit“ oder „Pflegebedürftigkeit“, ohne daß eine Begründung für diese oder weitere Informationen zu diesen Aussagen mitgeliefert würde. Pflegebedürftigkeit und Hilflosigkeit werden also offensichtlich noch immer als primär somatisch bedingte Probleme verstanden. Vergessen wird leider, daß bei vielen älteren somatisch Kranken mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit auch psychische Veränderungen vorliegen: In über 25% sind organisch begründbare seelische Befindensstörungen als Begleitung zu erwarten. So kann von somatisch versprengten psychisch kranken Betagten zumindest von deren Zahl her nicht die Rede sein. Sollte mit dieser Umschreibung dann vielleicht hingewiesen werden auf wissensmäßige, diagnostische und therapeutische Defizite beim Umgang mit diesen psychisch und „auch“ somatisch kranken Menschen im vorstationären und stationären Bereich?

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

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  • R.-M. Schütz

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