Depressionen im Alter: Der Einfluß des Erstmanifestationsalters auf Verlauf und familiäre Belastung

  • W. Maier
  • B. Schneider
  • J. Sandmann
  • D. Lichtermann
Conference paper

Zusammenfassung

In den vergangenen Jahrzehnten wurde mehrmals kontrovers diskutiert, ob Involutionsdepressionen (Altersdepressionen) einen gesonderten nosologischen Status innerhalb der Gesamtgruppe affektiver Störungen einnehmen. So wurde in der 9. Auflage der „International Classification of Diseases“ der WHO die Kategorie „Involutionsdepression“ nicht mehr aufgeführt; Altersdepressionen wurden lediglich als eine Variante unipolarer Depressionen angesehen, die sich nur durch die Überlagerung mit allgemeinen Problemen des Alters von unipolaren Depressionen im jüngeren Lebensalter abheben. In jüngster Zeit sind jedoch vermehrt Befunde zum Verlauf und zur familiären Belastung mitgeteilt worden, die die Diskussion um einen gesonderten nosologischen Status der Altersdepression wieder belebt haben. Die hierzu publizierten Studien weisen jedoch methodische Mängel auf: Familienstudien, bei denen die Mehrheit der lebenden Angehörigen ersten Grades direkt befragt wurde, fehlen; Verlaufsstudien lassen eine Unterscheidung nach dem Ersterkrankungsalter häufig vermissen und beschränken sich oft auf eine einzige Verlaufsuntersuchung. Die vorgelegte Verlaufs- und Familienstudie versucht, diese Mängel zu umgehen. Es werden die von Bland et al. (1986), Burvill et al. (1989) und Musetti et al. (1989) aufgestellten Hypothesen geprüft.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  • W. Maier
  • B. Schneider
  • J. Sandmann
  • D. Lichtermann

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