Die Intensivtherapie kritisch thermisch geschädigter Kinder in der Akutphase — ein interdisziplinäres Problem?

  • D. Fichtner
  • K. Weißker
Conference paper
Part of the Kinderanästhesie book series (KINDERANAESTHES)

Zusammenfassung

Die Kinderintensivtherapie wird im Klinikum Buch von Anästhesisten ausgeübt und ist von der Organisationsform her nicht der Kinderchirurgischen Klinik zugeordnet. Alle kritisch thermisch geschädigten Kinder werden in der Akutphase (bis zu ca. 14 Tagen) von der Kinderintensivtherapiestation aufgenommen und gemeinsam mit dem Kinderchirurgen behandelt. Zur Sicherung einer optimalen Schockbehandlung erfolgt neben der Flüssigkeits- und Schmerztherapie eine sofortige kontrollierte Beatmung der Patienten. Dieses in der Literatur nicht unwidersprochene Vorgehen wird hier mit pathophysiologischen Vorstellungen begründet. Damit sind die Prämissen der Therapie in der Akutphase gesetzt: Das intensivtherapeutische Konzept wird in dieser Phase von den vitalen Funktionen bestimmt. Die lokale Behandlung der thermischen Verletzungen beginnt zwar schon in dieser akuten Phase, gewinnt aber im zeitlichen Verlauf zunehmend an Bedeutung. Damit verbunden sind Veränderungen in der Behandlungsleitung. Während der Intensivtherapeut zu Beginn der Behandlung dominiert, übernimmt diese später der Kinderchirurg. Dieses Vorgehen setzt ein gewisses Verständnis der beteiligten Disziplinen füreinander voraus. Beispielsweise muß manchmal der berechtigte Wunsch des Kinderchirurgen nach baldiger Nekrektomie hinter der vital notwendigen Allgemeinbehandlung zurückgestellt werden. Dieses Vorgehen wird seit mehreren Jahren von der Kinderintensivtherapie und der Kinderchirurgie gemeinsam ausgeübt.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • D. Fichtner
  • K. Weißker

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