PMN-Leukocyten und Prostaglandinstoffwechsel nach intestinaler Ischämie und Reperfusion

  • B. Poch
  • M. H. Schoenberg
  • W. Oettinger
  • H. G. Beger
Conference paper
Part of the Langenbecks Archiv für Chirurgie vereinigt mit Bruns’ Beiträge für Klinische Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 91)

Zusammenfassung

Hämorrhagische Ulcerationen der Dünndarmschleimhaut nach Hypotension unterschiedlicher Genese und Schock scheinen für den Ausgang der Erkrankung von prognostischer Bedeutung zu sein. Ein Großteil dieser Mucosaschäden entsteht jedoch nicht während der Ischämie, sondern erst nach Wiederherstellung der Normotension [3]. Ursache dieser Mucosaschäden sind freie Sauerstoffradikale, die während der Reoxygenierung entstehen und durch Lipidperoxidation die Zellmembran schädigen. Gleichzeitig induzieren sie den Einstrom von PMN-Leukocyten in das Gewebe. Diese bleiben an den Endothelien kleben und setzen ihrerseits bei ihrer Aktivierung Prostaglandinmetabolite, lysosomale Enzyme und wiederum Sauerstoffradikale frei. Es konnte gezeigt werden, daß leichte Mucosaschäden der frühen Reperfusionsphase auf die direkte Wirkung der Sauerstoffradikale durch Lipidperoxidation zurückzuführen ist, während die späten, schweren Schleimhautveränderungen durch den Einstrom, die Adhäsion und Aktivierung von PMN-Leukocyten beteiligt sind. Gleichzeitig kommt es zur Kreislaufdepression mit Blutdruckabfall und Einschränkung der Herzleistung, die mit der Schwere der Mucosaschäden direkt dorreliert. Durch kompetitive Hemmung des für die Adhärenz der PMN-Leukocyten verantwortlichen Glycoproteids CD18 [1] mit einem monoklonalen Antikörper (IB4) konnten diese schweren Schäden verhindert werden [2]. Ziel dieser Experimente war es festzustellen, inwieweit intestinale Ischämie und Reperfusion zu Konzentrationsänderungen von Prostaglandinme-taboliten im arteriellen Blut führt, ob durch die Hemmung der PMN-Leukocyten-Adhäsion eine mögliche Aktivierung des Prostaglandinstoffwechsels unterbleibt und somit Störungen der Herz-/Kreislaufregulation vermindert werden.

PMN Leukocytes and Prostaglandin Metabolism After Intestinal Ischemia and Reperfusion

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Literatur

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    Schoenberg MH et al (1984) Posthypotensive generation of superoxide free radicals — possible role in the pathogenesis of intestinal mucosal damage. Acta Chir Scand 150:301–309.PubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • B. Poch
    • 1
  • M. H. Schoenberg
    • 1
  • W. Oettinger
    • 1
  • H. G. Beger
    • 1
  1. 1.Abt. f. Allgemeine ChirurgieUniversität UlmDeutschland

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