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Beschreibung des Text-Parsers

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Part of the Informatik-Fachberichte book series (INFORMATIK, volume 243)

Zusammenfassung

Das folgende Kapitel dient einer zunächst phänomenologischen, später dann formalen Beschreibung der hier untersuchten sprachlichen Äußerungsformen in Texten. In Kap. 4.1 werden die sprachlichen Phänomene vorgestellt, die von der Textgrammatik abgedeckt werden, aber auch solche Phänomene betrachtet, die nicht erfaßt sind. Der darauffolgende Abschnitt (Kap. 4.2) enthält dann die formale Spezifikation eines Text-Parsers, dessen Kern die lexikalisch verteilte Textgrammatik ist. Beide Beschreibungen sind naturgemäß nicht auf Vollständigkeit ausgelegt. Vielmehr ist es ein leitendes Prinzip gewesen, die Spezifikation der Textgrammatik an den in der gewählten Textklasse vorherrschenden sprachstrukturellen Mustern auszurichten und sich damit auf die typischen Verwendungsmuster zu konzentrieren.

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Literature

  1. 281.
    Mit dieser Kapitulation vor Metaphern steht die hier beschriebene Grammatik nicht allein, zählt dieses Problem wegen seiner enormen semantischen Komplexität doch zu den bislang nur schwach untersuchten sprachlichen Phänomenen (vgl. etwa Carbonell 1982 oder Fass/Wilks 1983).Google Scholar
  2. 282.
    vgl. dazu auch die Bemerkungen in Small 1980, S.211–213 zu Strategien für konzeptlernende Wortexperten.Google Scholar
  3. 284.
    Erman et al. 1980.Google Scholar
  4. 288.
    Das Prüfmuster für diese sprachliche Realisierungsform der Prädikation nimmt das Auftreten eines Partizips (dies verlangt also die Betrachtung der morphologischen Binnenstruktur von Verben!) zum Anlaß für die Umkehrung der prinzipiell nach links hin ausgerichteten Ko-textprüfungen auf Untersuchungen des rechten Kotexts. Alternativ wurde eine Lösung realisiert, die als Integritätsregel im Weltwissen verankert ist. Erfaßt wird dieser Fall dann durch Routinen auf der Ebene des Wissensverwaltungssystems. Zur Anwendung kommt ein sog. Cross-Reference-Constraint, der für symmetrische Frame-Slotwert-Zuweisungen sorgt (im Beispiel: Siemens <Produkt }Rechner|> und Rechner <Hersteller: }Siemens|>; vgl. Hahn/Reimer 1986, S. 166–167 und Hahn 1989, S.371). Eine ähnliche Konzeption, Frame-Selektions-Probleme mittels genereller Inferenzregeln zu lösen, beschreibt Lytinen 1984.Google Scholar
  5. 290.
    Eine linguistische Beschreibung von sprachlichen Phänomenen auf der Ebene der Textkohä-sion, von der die in Kap. 4.2.2 beschriebene Grammatik stark beeinflußt ist, geben Halliday/Hasan 1976.Google Scholar
  6. 294.
    Diese Progressionsmuster sind von Danes 1974 informell in die textlinguistische Diskussion eingeführt worden. Ähnliche Kohärenzmuster betrachtet auch Grimes 1978.Google Scholar
  7. 296.
    Diese Darstellung nimmt Bezug auf eine von Pustejovsky 1987 vorgeschlagene Klassifikation, in der er aktuelle Ansätze zur Diskurs- und Textanalyse einteilt in strukturelle (vom hier beschriebenen Typ), ziel- und planungsbasierte (unter Einbeziehung von Konzepten aus der Sprechakttheorie) sowie modelltheoretische Konzeptionen.Google Scholar
  8. 297.
    Hierzu zählen etwa Elaborationsrelationen (Exemplifizierung, Generalisierung, Paraphrase), Koordinierungsrelationen (Kontrast, Parallelität) oder referentielle, zeitliche oder räumliche Kontiguitätsrelationen und Kausalität (vgl. Reichman 1978, Hobbs 1983, Samet/Schank 1984, McKeown 1985, Alterman 1985, Tucker/Nirenburg/Raskin 1986, Mann/Thompson 1987, Norvig 1987).Google Scholar
  9. 298.
    Vgl. zur Darstellung der Charakteristika objektorientierter Programmiersprachen Stoyan/Görz 1983.Google Scholar
  10. 299.
    Die Spezifikation eines Aktorensystems wirft natürlich die Frage auf, ob diese Spezifikation auch konsistent ist und validiert werden kann. Im Aktorenmodell ist dafür ein Verfahren der symbolischen Evaluation entwickelt worden, das konventionellen Techniken der Programmverifikation, also einem Beweis, daß ein gegebenes Programm (Implementation) seine formale Spezifikation erfüllt, entspricht. Um aber eine symbolische Evaluation durchzuführen, muß eine Implementation (Code oder eine andere, speziellere Spezifikation), die die Spezifikation erfüllen soll, vorgegeben werden, um diese dann anhand der ursprünglichen Spezifikation symbolisch zu verifizieren. Darauf wird im Rahmen dieser Arbeit verzichtet. Ein detailliertes Beispiel für eine solche Prozedur geben Hewitt/Smith 1975, S.36–38 bzw. Yonezawa 1977, Kap.5 und 7.Google Scholar
  11. 300.
    Small 1980, S.103–115; Small/Rieger 1982, S.100–104 bzw. Small 1987, S.180–186.Google Scholar
  12. 301.
    Small 1980, S.116–143; Small/Rieger 1982, S.104–113 bzw. Small 1987, S.186–199.Google Scholar
  13. 304.
    Zwar behauptet auch Small 1980, S. 134, daß der entscheidende Beitrag seiner Arbeit in der Formalisierung der Spezifikationssprachen LIL und SDL liege. Dieser Einschätzung liegt aber die Annahme zugrunde, daß eine formale syntaktische Bestimmung und Verbalisierung von LISP-Funktionen (Small 1980, S.99) zur Kennzeichnung ihrer Semantik ausreiche. Diese, wenn auch verbreitete Form der Spezifikation von Beschreibungssprachen für Parser ist in Kap. 2.1 jedoch schon als methodologisch unzureichend verworfen worden.Google Scholar
  14. 306.
    Zur Spezifikation der Datenstruktur TEXT in Form von conceptual representations, s. TX 1–3.Google Scholar
  15. 307.
    Zur Spezifikation der Datenstruktur KNOWLEDGE_BASE in Form von conceptual representations, s. FR 1–3.Google Scholar
  16. 312.
    Zur Spezifikation der Datenstruktur BULLETIN in Form von conceptual representations s. BT 1–2.Google Scholar
  17. 313.
    Yonezawa/Hewitt 1977; insbesondere aber Hewitt/Attardi/Lieberman 1979.Google Scholar
  18. 314.
    Vgl. etwa Lieberman 1981a, S.12 zu solchen one-at-a-time-Aktoren.Google Scholar
  19. 315.
    Analog zu den Vorschlägen in Yonezawa/Hewitt 1977, S.372. EV 5 beschreibt im übrigen ein generelles Verhaltensaxiom für die lexikalisch verteilte Textgrammatik.Google Scholar
  20. 320.
    Die Fokus-Berechnung ist zugleich ein Teil der Textzusammenfassungsprozeduren im TOPIC-System (s. HAHN/Reimer 1986 zur Vielfalt der Kondensierungsoptionen). Sie ist auch deswegen hier berücksichtigt, um die mögliche Anbindung der entsprechenden Systemkomponente zur Textkondensierung an die hier vorliegende Spezifikation deutlich zu machen. Dabei ist die jeweilige Neuberechnung des Fokus am Absatzende noch eine relativ unflexible Lösung für dieses Problem.Google Scholar
  21. 327.
    Small 1980, insbesondere S.26–35.Google Scholar
  22. 328.
    Die Konsequenzen eines solchen Ansatzes für die linguistische Analysekomponente jedes auf realistische Weltausschnitte ausgerichteten natürlichsprachlichen Informationssystems wären fatal (Wahlster 1982, S.249; Reddig 1984, S.86–88; Christaller 1985, S.173): ein kaum beherrschbares Größenwachstum der Wortexpertenkollektionen, das enorme Ausmaß an Redundanz der Beschreibungen durch die Wiederholung strukturell gleicher oder ähnlicher Spezifikationsteile in verschiedenen Wortexperten sowie die daraus resultierende Unübersichtlichkeit und latente Inkonsistenz der einzelnen Beschreibungen usf. Dagegen erscheinen die Einwände, mögliche globale Seiteneffekte von lokalen Änderungen (Wahlster 1982, S. 249) und die Komplexität der Prozeßinteraktion nicht antizipieren zu können (Reddig 1984, S.87), nicht allein auf dieses Grammatikformat beschränkt, sondern dürften in einem vergleichbaren Maße auch für (größere) regelbasierte Systeme Gültigkeit haben.Google Scholar
  23. 329.
    Damit werden nicht nur wortübergreifende, sondern insbesondere auch satzübergreifende linguistische Regularitäten dargestellt. In Reddig 1984, S.86 wird die Formulierung solcher Re-gularitäten noch als systematisches Defizit des Wortexpertenkonzepts pauschal ausgeschlossen. Neben der hier verfolgten Linie strikt semantischer Spezifikationen von Wortexperten-Prototypen zeigen eine Reihe von Vorschlägen zu mehr “syntaktisch” orientierten Erweiterungen des Standardmodells (dynamische Kasusrahmen, leichte Adaptionen der Wortexperten-Spezifikationssprache, wie in Adriaens 1986b bzw. dem Extrakt in Adriaens 1986a; konstituentenstruktursensitive Experten in Devos/Adriaens 1990 sowie Vorschläge zu Satzexperten, Wortstamm- und Wortartexperten u.ä. in Eimermacher 1983a (S.22–41) bzw. 1983b (S.11–22) oder die Einführung primär syntaktisch motivierter Datenstrukturen, wie etwa Charts für Wortexpertensysteme (Eimermacher 1986)), daß diese Kritik nicht länger aufrecht erhalten werden kann.Google Scholar
  24. 330.
    Ein ähnlicher Ansatz liegt der Entwicklung von “Metaeinträgen” zugrunde, in denen strukturelle Gemeinsamkeiten von Wortexperten, die der gleichen Wortart angehören, durch Standardformen beschrieben werden (Eimermacher 1983a, S.28–32).Google Scholar
  25. 331.
    Was Christaller 1985, S. 173 für Wortexpertensysteme pauschal in Abrede stellt.Google Scholar
  26. 332.
    während Small die erste Forschungsstrategie, die Suche nach generellen sprachlichen Mustern prinzipiell verwirft, akzeptiert er die zweite, die Faktorisierung gemeinsamer Wissensteile als zukünftiges Forschungsproblem für die Wortexperten-Theorie (vgl. Small 1980, S. 198–199, 201–202). Eine weitere Relativierung erfährt die extreme These von der “Irregularität” natürlicher Sprachen in Small/Rieger 1982, S.90, wo der Kontrollregularität (Austausch von Botschaften durch Wortexperten) die Datenirregularität (Spezifikation der Bedeutungsselektion durch einzelne Wortexperten) gegenübergestellt wird. Die vorliegende Spezifikation der lexikalisch verteilten Textgrammatik folgt nichtsdestotrotz der Hypothese der Datenregularität und zwar in einem Teilgebiet (der Modellierung von nominalen Ausdrücken oder “Inhaltswörtern” (s. Small 1978, S.20)), das Small 1980, S.199 bereits als wahrscheinlichsten Kandidaten für verallgemeinerbare Beschreibungen charakterisiert.Google Scholar
  27. 333.
    Die von Eimermacher 1983a, 1983b und Kindermann 1987 formulierten Vorschläge zielen grundsätzlich in die gleiche Richtung. Die wesentlichen Unterschiede zum hier entwickelten Ansatz bestehen darin, daß die Wortexperten-Prototypen einem funktionalen Spezifikationskonzept (s.u.) folgen. Dies gestattet eine zusätzliche Kapselung von linguistisch plausiblen Subgrammatiken (Nomen werden in diesem Modell etwa Anaphora-, Ellipsen- oder Prä-dikations-Teilgrammatiken zugeordnet, die lokal jeweils eine dieser Funktionen eines No-mens prüfen), während bei Eimermacher dieses lexikalisch gebundene Wissen entweder ohne weitere Abstufung und Unterscheidung in einem Wortstammexperten oder über mehrere funktional verschiedene und grammatikalisch unverbundene Wortart-, Wortstamm-, Satz- oder Textexperten verteilt wird. Auch fehlen bei Eimermacher weitere hier vorgeschlagene Abstraktionsmechanismen (Test-Makros in Form von Wortexperten-Moduln u.ä.), mit denen lexikalische Grammatiken stark stratifiziert werden können. Die hier entwickelte Grammatikkonzeption schließt darüberhinaus als wesentliches Designziel ein, Textphänomene homogen in den Spezifikationskern der Grammatik zu integrieren, während bei Eimermacher (ganz dem Ansatz klassischer Regelgrammatiken verbunden, s. Kap. 1.2.2) Zusatzkonstrukte (wie Satz- oder Textexperten) eingeführt werden. Inwieweit die zunehmende Betonung syntaktischer Informationen und syntaktisch motivierter Datenstrukturen in der Konzeption von Eimermacher 1983b bzw. der Chart-Erweiterung des Wortexperten-Parsers in Eimermacher 1986 bei einer tieferen Präzisionsanalyse von Texten auch innerhalb der hier gegebenen Spezifikation nötig würde, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend entschieden werden (Plausibilitätsbetrachtungen sprechen dafür). Der Ansatz der partiellen Textanalyse im hier beschriebenen Parser bedarf solch stark syntaktischer Abstützung nicht (vgl. a. die Bemerkung zur variablen Einstellung der Analysetiefe durch unterschiedliche Pa-rametrisierung des Wissens in Wortexperten-Parsern in Eimermacher 1983b, S.46). Der aktuelle Stand der Konzeption von Eimermacher ist in seiner Dissertation (Eimermacher 19–88) dokumentiert.Google Scholar
  28. 334.
    Diese Form der grammatischen Abstraktion zielt auf die Spezifikation domänenunabhangigen Sprachwissens in Wortexperten mit dem Ziel, Wortexpertensysteme mit einem hohen Grad an Transportabilität auszustatten — ein für semantische Grammatiken bislang kaum verfolgtes Entwicklungsprinzip. Die unten kurz skizzierte Subklassenbildung ermöglicht es dann durchaus, auf tieferen Spezifikationsstufen domänenabhängiges lexikalisches Wissen zu berücksichtigen, ohne daß der Kern der lexikalisch verteilten Grammatik davon tangiert wird. Die von REDDIG 1984, S.86–87 reklamierte explizite Trennung dieser beiden Ebenen scheint durch diese Lösung weitgehend realisiert.Google Scholar
  29. 335.
    Dieser funktionale Ansatz der Sprachbetrachtung (s. DIK 1978 und Halliday 1985) kontrastiert klar mit dem der generativen Linguistik, der Abbildungen zwischen unterschiedlichen Ebenen der Sprachbetrachtung (beispielsweise von der Tiefen- auf die Oberflächensyntax) postuliert. Die Zuweisung von Funktionsklassen zu autonomen Teilgrammatiken findet sich in vergleichbarer Weise bei Steels 1978, S.9, aber auch bei Costantini et al. 1987, S.77.Google Scholar
  30. 337.
    Details solcher Vererbungsmechanismen in objektorientierten Parsern behandeln Miyoshi/Furukawa 1985. Die redundanzminimierende Funktion von Vererbungshierarchien in einer objektorientierten Programmierumgebung (Flavors) betont auch Kindermann 1987, S. 113.Google Scholar
  31. 338.
    Ansatzweise verfügt auch das Standardmodell über einfache Mechanismen zur Strukturierung von Wortexperten. Je nach Funktion bzw. Stand des verfügbaren Wissens können unterschiedliche Einstiegspunkte in das Wortexperten-Diskriminierungsnetz definiert werden (Small 1980, S.55–56, 99–103, 198–199). Die Gefahr der Willkür und Inkonsistenz solcher Spezifikationsdaten bei strukturell ähnlichen Wortexperten liegt wegen der geringen formalen Kontrolle beim Aufbau und der Änderung der einzelnen Wortexperten jedoch auf der Hand (vgl. a. die Bemerkungen zur Notwendigkeit einer schärferen formal-semantischen Kontrolle der Spezifikationssprache für Wortexperten in Small 1980, S.200–202).Google Scholar
  32. 339.
    Damit wird eine weitere Quelle von Handhabungsproblemen mit Wortexpertenbasen entschärft. Denn die Faktorisierung zusammenhängender Wissensteile schränkt die Beliebigkeit der Organisationsstruktur von Wortexperten in hohem Maße ein. Designfehler in Wortexperten sind somit wesentlich gezielter zu lokalisieren, als dies im Standardmodell mit seinen weitreichenden strukturellen Freiheiten beim Entwurf von Wortexperten möglich war (Reddig 1984, S.86–87).Google Scholar
  33. 340.
    Ein vergleichbares Konzept, bei dem generische Experten beim Parsing instanziiert werden, beschreibt in einer stark an die Prototypen-Mechanismen des Flavor-Systems angepaßten Disziplin Kindermann 1987, S.102–103.Google Scholar
  34. 348.
    Die Prüfung anaphorischer Prozesse umfaßt hier, wie bereits in Kap. 4.1 näher erläutert, nur den Fall der Nominalanaphora, nicht den pronominaler Anaphern. Der Grund hierfür liegt in der nur sehr impliziten Referenz von Pronomina auf ihr nominales Antezedens, die der der Ellipse nahekommt. Wegen dieser semantisch schwachen Anbindung des referenzierenden Elements an sein Antezedens werden pronominale Anaphern überlesen und strukturell wie Ellipsen behandelt. Dies geschieht durch den im nächsten Abschnitt in EV 21 beschriebenen Experten für die lexikalische Korrespondenz (hier gesehen als Ellipsenphänomene), so daß die Effekte pronominaler Anaphora für den Parse durchaus abgedeckt werden. Diese etwas riskant anmutende Analysestrategie wird ermöglicht durch die Verfügbarkeit komplexer kon-zeptueller Strukturinformationen in der Frame-Wissensbasis, mit denen über Pronominal-Anaphern enkodierte lexikalische Korrespondenzen (vgl. a. <7c,e>, Kap. 4.1) mit einem hinreichenden Maß an Genauigkeit bestimmt werden können. Daß dies naturgemäzß nicht erschöpfend geschieht, zeigt die weitergehende Diskussion anaphorischer Phänomene (etwa für <7d>) in Kap.4.1. Vgl. auch die Darstellung dieser Analyseprinzipien in HAHN 1989.Google Scholar
  35. 350.
    Zu alternativen Ansätzen der Anaphoraresolution (vor allem aber pronominalen Anaphern) vgl. die Übersicht in HIRST 1981.Google Scholar
  36. 358.
    Es sind alle dem System unbekannten Wörter (desc: nil), die für die Prüfprozeduren des Text-Parsing völlig bedeutungslos sind, ausgelassen.Google Scholar
  37. 359.
    Einen ebenfalls auf Frame-Repräsentationsstrukturen basierenden Ansatz zur Analyse lexikalischer Korrespondenz beschreibt Rosenberg 1980. Finin 1986 (S. 169) bezeichnet die hier aktualisierten Bezüge als role fitting, bei dem zwei Konzepte, ein role value und ein host gegeben sind und geeignete Rollen im host-Konzept gesucht werden, denen der role value zugeordnet werden kann. Zur Darstellung der hier beschriebenen Analyseprinzipien für lexikalische Korrespondenz auf der Phrasen-, Satz- und Textebene, vgl. a. Hahn 1989.Google Scholar
  38. 377.
    Dieser Wortexperte läuft nicht bei jedem done-Statement terminierter Wortexperten an. Er zählt nur dann zu den Bekanntschaften eines Aktors done, wenn ein ATT-Experte im Wartezustand kreiert worden ist. Existiert ein solcher wartender Experte, d.h. ist das Auftreten eines Adjektivs im Text analytisch noch nicht vollständig behandelt, empfängt dieser Experte von allen terminierenden Wortexperten (sie zählen zu den Bekanntschaften von done) über deren Terminierungsbotschaft done den Startimpuls. Das Anlaufen dieses Experten ist dann ein Beispiel für die Priorität von Wortexpertenprozessen gegenüber dem Empfang der Terminierungsbotschaft durch watcher-of-the-skies in EV 12–1. Zugleich demonstriert die Spezifikation von EV 31 die durch die Aktorenmodellierung im Vergleich zum Standardmodell der Wortexperten erreichte höhere Abstraktionsstufe. Dort (vgl. Small 1980, S.53–54) muß eine eigene Datenstruktur (restart demon), die strukturell gesehen von Wortexperten völlig verschieden ist, definiert und vom sich deaktivierenden Wortexperten initialisiert werden. Aufgabe eines solchen Dämons ist, die Kommunikationskanäle des Wortexpertensystems dahingehend zu überwachen, ob für den deaktivierten Wortexperten relevante Informationen im System zirkulieren. Die hier vorgeschlagene Modellierung ist direkter (spezifische Botschaftsmuster) und zudem im Rahmen eines einheitlichen Beschreibungsansatzes formuliert. Darüberhinaus ersetzt die gezielte Spezifikation linguistischer Kriterien (oben: das Kriterium der unmittelbar nachfolgenden Nominalphrase) die Verwendung formaler Indikatoren (etwa diverser Typen von Zählern für Zeitintervalle, Sequenzen von Operationen (vgl. Small 1980, S.54)).Google Scholar
  39. 379.
    Das ist ein im Vergleich zu anderen, konstruktiv wesentlich aufwendigeren Modellierungen des Fokus-Konstrukts (vgl. etwa die hierarchische Segmentierung semantischer Netze in Sub-netze (focus spaces) bei GROSZ 1981 oder die Auswertung mehrerer fokus-relevanter Datenstrukturen bei SIDNER 1983) einfaches Kriterium. Nichtsdestotrotz reicht es für Formen der Textanalyse, in denen kaum Referenz- oder Pronominalanapher-Probleme auftreten, aus.Google Scholar
  40. 381.
    Diese Kohärenzmuster von Texten sind informal in Danes 1974 beschrieben. Grimes 1978 diskutiert ähnliche Textorganisationsstrukturen. Eine Erweiterung dieses Ansatzes in Richtung einer thematischen Textstrukturanalyse entwickelt Giora 1983b. Eine empirische Analyse thematischer Progressionsmuster in juristischen Texten enthält Kurzon 1984. Frame-Repräsentationsformate bieten sich für diese Art der Kohärenzmodellierung wegen der expliziten Vorgabe einer komplexen Binnenstruktur von Konzepten auf der Ebene der Wissensrepräsentation besonders an (s.a. die Bemerkungen in der nachfolgenden Fußnote). So beschreibt CRTTZ 1982 eine zwar syntaktisch orientierte, aber auf einer Framerepräsentation beruhende Thema-Rhema-Analyse. Grau 1984 stellt eine ebenfalls frame-basierte Topic/ Comment-Analyse mit einem kasusgesteuerten Parser vor, während in Hahn 1984 und 1990 ein lexikalisch-semantischer Ansatz im Rahmen des Wortexperten-Parsing für die Topic/ Comment-Erkennung dargestellt wird. Eine Anwendung der Thema-Rhema-Gliederung auf die Dialogsteuerung in Frage-Antwort-Systemen diskutiert Fauser 1981.Google Scholar
  41. 382.
    Diesen Ansatz attackiert Wilks 1985 vehement, bezieht sich aber in seiner Kritik ausschließlich auf frühe Arbeiten zu Framesprachen. Darin wird (neben Annahmen, wie der sequentiellen Instanziierung von Slots) u.a. von einer direkten Entsprechung zwischen den konzeptuel-len Bestandteilen eines Frames und ihrer Aktualisierung in Texten ausgegangen. Natürlich ist diese Entsprechung i.a. indirekt und die extensiven Prüfroutinen des in Kap.4 beschriebenen Wortexpertensystems können als Normalisierungsinstanz betrachtet werden, die Textaussagen durchlaufen müssen, um zu einer korrekten Frame-Selektion zu gelangen.Google Scholar
  42. 384.
    Dazu ist zu bemerken, daß die Aktoren so formuliert sind, daß die durch dieses formale Kriterium initiierte Kohärenzanalyse keine inhaltlichen Verzerrungen der Analyseergebnisse — die Interpretation der Textstrukturmuster — bewirkt. Die Absatzgrenze kann für Interpretationsvorgänge nicht nur unterschritten (für Kohärenzbezüge zwischen und innerhalb einzelner Sätze), sondern durchaus auch überschritten werden, um über sie hinausreichende Bezüge feststellen zu können (vgl. etwa Hahn 1990). Linguistische Evidenzen für den textgrammatischen Status von Absätzen liefern Longacre 1979, Hinds 1979 und GIORA 1983a.Google Scholar
  43. 391.
    Zu alternativen Formen von Kohärenzmustern, insbesondere solchen im Sinne funktionaler Kohärenzrelationen vgl. Reichman 1978, Hobbs 1982, Samet/Schank 1984, McKeown 1985, Alterman 1985, Tucker/Nirenburg/Raskin 1986, Mann/Thompson 1987 oder Norvig 1987. Ihre Behandlung würde auch die verstärkte Einbeziehung propositionalen Wissens verlangen, das das hier verwendete Frame-Repräsentationsmodell jedoch nicht ausreichend unterstützt.Google Scholar
  44. 392.
    Ein solcher Versuch ist in HAHN 1990 für das “abgeleitete Thema” beschrieben.Google Scholar
  45. 393.
    Textlinguistische Untersuchungen (vgl. etwa HINDS 1979) an unterschiedlichen Textsorten (auch Fachtexten) belegen die Plausibilität der Annahme stark hierarchischer Organisationsstrukturen der Textkohärenz, wie sie Grafik-36 illustriert.Google Scholar
  46. 394.
    Rumelhakt 1975.Google Scholar
  47. 395.
    DIJK 1977, DIJK 1980, Kap.3Google Scholar
  48. 396.
    Eine pointierte Kritik an story grammars formulieren Black/Wilensky 1979.Google Scholar
  49. 397.
    Einen Überblick über diverse Strategien zur frame selection gibt Lytinen 1984.Google Scholar
  50. 398.
    Vgl. Hahn/Reimer 1986 oder Reimer/Hahn 1989 zur Verwendung dieser Konstrukte im Textkondensierungssystem TOPIC.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1990

Authors and Affiliations

  1. 1.Fakultät für Mathematik und InformatikUniversität PassauPassauDeutschland

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