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Vergleich histologischer mikrobiologischer und klinischer Befunde bei über 700 Fällen nach vorzeitigem Blasensprung (über 24 Stunden) oder klinischem Verdacht auf Chorioamnionitis

  • K. B. Jaspers
  • G. Hülsenbeck
  • J. Bubenzer
  • R. Goebel
Conference paper

Zusammenfassung

In einem Zeitraum von 5 Jahren wurde untersucht, inwieweit histologische Schnellschnittuntersuchungen an Plazenta und Nabelschnur, direkt postpartal durchgeführt, Hinweise auf eine drohende oder bestehende Infektion des Neugeborenen geben können. Die insgesamt über 700 Schnellschnittuntersuchungen wurden dabei bei vorzeitigem Blasensprung über 24 Std. (58,4%), klinischem Verdacht auf ein Amnioninfektionssyndrom (18,9%), Risikograviditäten (8,9%) sowie Spätaborten bzw. Totgeburten mit klinisch unklarer Todesursache durchgeführt. Insgesamt gelang der histologische Nachweis einer Chorioamnionitis dabei in knapp 20% der Fälle, wobei ein deutlich höherer Anteil bei klinischem Verdacht auf Amnioninfektionssyndrom (28,5%) gelang. Mikrobiologisch wurde die histologische Diagnose insgesamt bei 38,9% der Fälle bestätigt. Demgegenüber fanden sich bei negativem histologischem Befund dennoch mit 10,2% auffällige Abstriche. Das Keimspektrum zeigte in zwei Drittel der Fälle betahämolysie-rende Streptokokken der Gruppe B, in 27,4% E. coli und Enterokokken sowie in 7,5% andere Keime. Auffällig war, daß insbesondere bei betahämolysierenden Streptokokken in sehr hohem Maße die Histologie negativ ausfiel (74,6%). Für die übrigen Keime fand sich ein etwa umgekehrter Wert. Dies wird mit den möglichen Infektionsverläufen bei betahämylisierenden Streptokokken erklärt. Die Aussagekraft der histologischen Untersuchungen wurde daher deutlich begrenzt.

Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 1991

Authors and Affiliations

  • K. B. Jaspers
    • 1
  • G. Hülsenbeck
    • 1
  • J. Bubenzer
    • 1
  • R. Goebel
    • 1
  1. 1.Frauenklinik und Pathologisches Institut am Evangelischen Krankenhaus OberhausenDeutschland

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