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Weltbilder und Leitideen der KI

Chapter
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Part of the Informatik-Fachberichte book series (INFORMATIK, volume 229)

Zusammenfassung

Der rapide Wandel der Produktivkräfte durch die Informationsverarbeitung führt immer wieder zu heftigen Reibungen mit den Produktionsverhältnissen, die sich der veränderten Situation viel langsamer anpassen lassen. Informatiker und ihre Kollegen in der Informationstechnik und der Forschung zur Künstlichen Intelligenz stellen sich diesen Fragen nur zögernd und meist mit der typischen Fehlhaltung, die kurzfristigen Wirkungen zu überschätzen und den langfristigen Wirkungen gegenüber blind zu sein. Dennoch fordern diese technischen Entwicklungen geradezu heraus zum spekulativen Nachdenken über die Wechselwirkungen von Informatik und Gesellschaft. Norbert Wiener, der in vieler Hinsicht die Grundlagen der neueren informationstechnischen Entwicklungen im Rahmen der Kybernetik beschrieben hat, wies frühzeitig auf mögliche soziale Folgen der Automation hin mit dem Ziel sie diskutierbar und überwindbar zu machen: „Die Arbeit ist natürlich, daß wir eine Gesellschaft haben müssen, die auf menschliche Werte gegründet ist und nicht auf Kaufen und Verkaufen. Um diese Gesellschaft zu erreichen, brauchen wir eine Menge von Planungen und Kämpfen, die, wenn es zum besten verläuft, sich auf der Ebene von Ideen abspielt und wenn nicht — wer weiß wie?“88 [357]

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Literatur

  1. 88.
    Wiener hatte wie einige seiner Kollegen eine starke Vorstellung kollektiver Veränderungsmöglichkeiten der Gesellschaft, die wohl zu einem wesentlichen Teil unter dem Eindruck der kriegsbedingten staatlich gelenkten Produktion in den USA stand, die von der Atombombenproduktion bis zu den Eingriffen in die Automobilindustrie.Google Scholar
  2. 89.
    Finanziell war dieses monumentale Werk kein Erfolg; nach Russells Mitteilung mußten die Autoren trotz Zuschuß der Royal Society ein Sechstel der Druckkosten übernehmen: „Wir hatten also mit einem Werk, das zehn Jahre Arbeit gekostet hatte, jeder fünfzig Pfund minus verdient“ [293].Google Scholar
  3. 90.
    Zitiert nach [323]. Die kursiven Hervorhebungen fehlen im Original.Google Scholar
  4. 91.
    Die Rohübersetzung der Vortragsmitschrift aus dem Dänischen verdanken wir Bernhelm Booß; sie ist hier ein wenig geglättet.Google Scholar
  5. 92.
    Im LILOG-Projekt der IBM, an dem fünf Universitäten beteiligt sind, und das ähnliche wissenschaftliche Fragestellungen verfolgt, wird seit Jahren der gleiche Text aus 14 Sätzen analysiert.Google Scholar
  6. 93.
    In der deutschen Ausgabe [299] sind diese Meldungen wohl nachträglich übersetzt, obwohl das ganze typographisch aufgemacht ist, als seien sie gerade dem Schnelldrucker einer IBM 709 entschlüpft.Google Scholar
  7. 94.
    In [92] wurde der Prozeß der Umwandlung einer ideologischen Fixierung (nämlich Wittgensteins Aussage 4.01 „Der Satz ist ein Bild der Wirklichkeit“ aus dem Tractatus logico-philosphicus) zum technischen Forschungsprogramm an Hand des Satzes „Es gibt nichts Interessantes, was nicht konstruierbar und programmierbar wäre“ verfolgt.Google Scholar
  8. 95.
    Damit soll weder Siekmann noch Michie unterstellt werden, daß ihnen diese zentralen Probleme nicht bewußt wären. Aber ihre Art darüber zu sprechen, nämlich irreale Phantasien mit realen Gefahren zu mischen, lenkt von machbaren Schritten gegen diese Gefahren ab.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität Bremen, InformatikBremen 33Deutschland

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