Anatomie, Verletzungsformen und Erstdiagnostik der verletzten Wirbelsäule

  • C. Eggers
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Zusammenfassung

Die Wirbelsäule muß als funktionelle Einheit betrachtet werden. Die Eigenschaft der Wirbelsäule, den Rumpf und den Kopf über die Wirbelsäulenkrümmungen im Gleichgewicht zu halten, wird als statische Funktion bezeichnet. Als Teil des Bewegungsapparates hat sie aber auch eine dynamische und als Schutz für das Rückenmark eine protektive Funktion. Die Funktionseinheit der Wirbelsäule ist das Bewegungssegment, bestehend aus 2 Wirbeln, die im Bereich der Wirbelkörper durch den Discus intervertebralis und an den Bögen über die kleinen Wirbelgelenke miteinander artikulieren. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist die Summe von Einzelbewegungen in den verschiedenen Bewegungssegmenten. Das Ausmaß und die Richtung der Beweglichkeit im Bewegungssegment ist abhängig von der Stellung der Gelenkfacetten in den kleinen Wirbelgelenken sowie von den die Wirbel verbindenden Bändern. Die unterschiedliche statische und dynamische Beanspruchung der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte bedingt die Formveränderung der einzelnen Wirbelkörper und deren Massenzunahme nach kaudal sowie die charakteristische Form und Stellung der Intervertebralgelenkflächen. Diese sind im Bereich der Halswirbelsäule 30–50° zur Horizontalebene geneigt, im thorakalen Abschnitt der Wirbelsäule bilden sie im Durchschnitt einen Winkel von 65° zur Diskusebene und an der Lendenwirbelsäule weisen sie eine Kippung von 45° in der Sagittalund 30° in der Horizontalebene auf. Dank des Vielgelenkaufbaus verfügt die Wirbelsäule in Verbindung mit den sie umgebenden Muskelgruppen über eine hohe Dynamik. Sie ist mit einem auf dem Becken stehenden elastischen Stab zu vergleichen, der durch die divergierend zum Becken verlaufenden Muskelgruppen balanciert wird.

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© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 1989

Authors and Affiliations

  • C. Eggers

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