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Zur Epidemiologie von Aids in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin unter besonderer Berücksichtigung der klinischen Manifestationen des Immundefekts

  • B. Schwartländer
  • M. A. Koch
Conference paper

Zusammenfassung

Anfang 1982 wurden in der Bundesrepublik Deutschland die ersten Fälle von Aids diagnostiziert (einzelne Fälle wurden aufgrund von nicht mehr sicher nachprüfbaren Daten schon vor 1982 retrospektiv diagnostiziert). In den folgenden Jahren nahm die Zahl rasch zu, wobei die meisten Berichte bis heute aus den großstädtischen Ballungszentren (v. a. Berlin, Frankfurt und München) stammen. Zunächst waren nahezu ausschließlich homo- bzw. bisexuelle Männer und Bluterkranke, seit 1984 dann auch i.v.-Drogenabhängige betroffen. Bis zum 30.11.1988 wurden insgesamt 2664 Fälle in das zentrale Aids-Fallregister aufgenommen, wobei die Hälfte der Patienten inzwischen als verstorben gemeldet wurde (Abb. 1). Die Verteilung nach dem angegebenen Infektionsrisiko ist Tabelle 1 zu entnehmen. Über 80% aller Fälle stammen aus den Risikogruppen der homo- bzw. bisexuellen Männer und der i. v.-Drogenabhängigen. Die verbleibenden Fälle verteilen sich auf Bluterkranke (5%), auf Personen, bei denen nach den Berichten an das Fallregister die HIV-Infektion über heterosexuelle Kontakte mit Partnern aus den Hauptrisikogruppen übertragen worden ist (3%), auf Empfänger von Blut und Blutprodukten (3%) und auf Kinder, bei denen die Infektion diaplazentar oder evtl. unter der Geburt übertragen wurde (1%). In 135 Fällen (5%) lagen keine Angaben zum Infektionsrisiko vor bzw. konnte kein Infektionsrisiko ermittelt werden. Auffällig ist, daß sowohl bei den Fällen mit vermuteter Infektion über heterosexuelle Kontakte (55 Männer und 26 Frauen) als auch bei den Fällen ohne Risikoangaben (114 Männer und 23 Frauen) der Anteil der Männer mit 68% bzw.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011

Authors and Affiliations

  • B. Schwartländer
  • M. A. Koch

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