Advertisement

Beziehungen zwischen somatosensorischer Wahrnehmung und Schmerzwahrnehmung bei Patienten mit progressiv-systemischer Sklerose

Conference paper
  • 42 Downloads

Zusammenfassung

Das Anliegen der vorliegenden Untersuchung besteht darin, einen substantiellen Beitrag zur Erklärung der Beziehungen zwischen Schmerzwahrnehmung und somatosensorischer Wahrnehmung (Synonym: Interozeption) zu leisten. Bisher waren Bemühungen um die Identifikation individualspezifischer und situations-spezifischer Antwortmuster hinsichtlich der Detektion und Wahrnehmung körperinterner Vorgänge nicht sehr erfolgreich (Otto 1986), obgleich die Somatosensorik ein sehr breites Spektrum unterschiedlicher Informationsquellen abdeckt. Sie betrifft entsprechend sinnesphysiologischer Systematik die Wahrnehmung von Afferentationen aus dem gesamten Intestinum (Viszerozeption) und aus dem Bewegungsapparat (Propriozeption). Zur Funktion des interozeptiven Systems gehört bekanntlich die Aufnahme, Verarbeitung und Weiterleitung von Schmerz-, Druck- und Temperaturwahrnehmung aus den inneren Organen (vgl. Schmidt u. Thews 1985). Die Mechanismen der Schmerzwahrnehmung sind also Teilmechanismen der somatosensorischen Wahrnehmung. Im Psychischen sind diese Beziehungen offenbar weit weniger stringent, wie die oben genannten Ausführungen von Otto (1986) belegen. Es wurden deshalb folgende Fragestellungen untersucht:
  1. 1)

    Wenn von chronischen Schmerzpatienten angenommen werden kann, daß ihre Schmerzwahrnehmung ausgeprägter ist als die Gesunder, dann müßten sich die Schmerzprofile als Resultat klinischer und experimenteller Schmerzmessung bedeutsam voneinander unterscheiden.

     
  2. 2)

    Falls die Schmerzwahrnehmung (wie oben erläutert) eine spezifische Form der somatosensorischen Wahrnehmung ist, folgt daraus, daß somatosensorische Wahrnehmung bei chronischen Schmerzpatienten ausgeprägter bzw. differenzierter sein müßte als bei Gesunden. Die Interozeptionsprofile beider Stichproben müßten sich somit voneinander unterscheiden.

     
  3. 3)

    Da am Menschen die Schmerzwahrnehmung methodisch ökonomischer und rationeller untersucht werden kann als die somatosensorische Wahrnehmung, soll geprüft werden, ob Variablen der klinischen und experimentellen Schmerzmessung geeignete Prädiktoren der interozeptiven Variablen sind. Es wird dabei angenommen, daß die Beziehungen der beiden Variablensätze bei chronischen Schmerzpatienten enger sind als bei Gesunden.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Borkowetz TD (1976) Physiological and cognitive processes in the regulation of anxiety. In: Schwarz BE, Shapiro D, (eds) Consciousness and self-regulation. Academic Press, New York, pp 261–312Google Scholar
  2. Curio I, Balk U, Luderschmidt D, Scholz OB (im Druck a) Schmerz als Klassifikationsmerkmal bei progressiver systemischer Sklerodermie. MMWGoogle Scholar
  3. Katkin ES (1985) Blood, sweat and tears: Individual differences in autonomic self-perception. Psychophysiology 22: 125–137PubMedCrossRefGoogle Scholar
  4. Merskey H (ed) (1986) Classification at chronic paindescription of chronic pain syndroms and definitions of pain syndromes. Pain [Suppl 3]Google Scholar
  5. Otto J (1986) Interozeption. In: Bösel R (Hrsg) Biopsychologie der Emotionen. De Gruyter, BerlinGoogle Scholar
  6. Pennebaker JW, Hoover CW (1984) Visceral perception versus visceral detection: Disentangling methods and assumptions. Biofeedback Self Regul 9 339–352PubMedCrossRefGoogle Scholar
  7. Schmidt RF, Thews G (Hrsg) (1985) Physiologie des Menschen. Springer, Berlin Heidelberg New York TokyoGoogle Scholar
  8. Waters WF, Cohen RA, Bernard BA, Buco SM, Dreger RM (1984) An autonomic nervous system response inventory ( ANSRI ): Scaling, reliability, and cross-validation. J Behav Med 7: 315–341PubMedCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations