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Bulimie: unterschiedliche Psychogenese, Symptomwahl und Therapie

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Zusammenfassung

Die Bulimie, seit Aufnahme in das III. Diagnostic and Statistic Manual (DSM) 1980 ein festgeschriebenes Krankheitsbild, hat besonders in den letzten beiden Jahrzehnten rapide zugenommen und ist heute in jeder psychotherapeutischen Praxis ein häufig vorgetragenes Problem. Seit August 1987 ist die revidierte DSMIII-Definition verbindlich:

DSM-III (1980)

  1. a)

    Wiederkehrende Freßattacken (rascher Verzehr großer Nahrungsmengen in einer bestimmten Zeitspanne, meist weniger als 2 h).

     
  2. b)

    Furcht, beim Essen nicht mehr aufhören zu können, verbunden mit dem Bewußtsein, daß das Eßverhalten unnormal ist.

     
  3. c)

    Wenigstens 3 der folgenden Kriterien:

     
  1. 1)

    Verzehr von hochkalorischen und leicht eßbaren Nahrungsmitteln bei einer Freßattacke

     
  2. 2)

    heimliches Essen bei einer Freßattacke

     
  3. 3)

    Beendigung der Freßattacke durch Bauchschmerzen, Einschlafen, Gestörtwerden durch andere, selbstinduziertes Erbrechen

     
  4. 4)

    wiederholte Versuche, Gewicht zu verlieren durch extrem restriktive Diäten, selbstinduziertes Erbrechen oder Gebrauch von Abführmitteln und Diuretika

     
  5. 5)

    häufige Gewichtsschwankungen von mehr als 5 kg aufgrund von alternierenden Freßattacken und Fastenkuren.

     
  6. d)

    Depressive Verstimmungen und Selbstverachtung im Anschluß an Freßattacke.

     
  7. e)

    Die Freßattacken sind nicht zurückzufüh­ren auf Anorexia nervosa oder eine körper­liche Erkrankung.

     

DSM-III R (1987)

  1. a)

    Wiederkehrende Phasen von Heißhunger (schnelle Aufnahme einer großen Speisemenge in bestimmter Zeit).

     
  2. b)

    Während der Heißhungerattacke besteht ein Gefühl des Verlusts der Kontrolle über das Eßverhalten.

     
  3. c)

    Die Betroffene betreibt regelmäßig entweder selbstausgelöstes Erbrechen, Abführmittelabusus, strenge Diät, Fasten oder kräftige körperliche Übungen, um Gewichtszunahme zu verhindern.

     
  4. d)

    Durchschnittlich mindestens 2 Heißhungerepisoden pro Woche über mindestens 3 Monate.

     
  5. e)

    Anhaltende Sorge hinsichtlich Körperumfang und Gewicht.

     

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

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