Advertisement

Ketamin und Midazolam zur rektalen Narkoseeinleitung im Kindesalter

  • S. Burkhardt
Conference paper
Part of the Kinderanästhesie book series (KINDERANAESTHES)

Zusammenfassung

Die in letzter Zeit entstandene und auch hier und heute wieder beobaehtete Unruhe über Prämedikation und Narkoseeinleitung, welche seit Jahrzehnten mit Dolantin, Atosil und Atropin als i.m.-Mischspritze doch durchaus erfolgreich durchgeführt wurden, hat zwiespältige Diskussionen ausgelöst. Einerseits zweifelte man plötzlich am Vorteil der Atropingabe — obwohl sie nicht nur der Vagolyse diente und vor einer Succinylinjektion sicherlich ebenso weiterhin berechtigt bleibt wie vor der Anwendung von Prostigmin zur Antagonisierung überhan- gender Relaxation, andererseits beschrieb man Prämedikationen, die sich — als bukkal oder sublingual bezeichnet — der Schleimhaut der Backentaschen in der Mundhöhle bedienten (obwohl bei Kleinkindern bestimmt nur schwerlich durchführbar) sowie transdermal der Haut nach Aufkleben eines Skopolaminpflasters als auch der Rektalschleimhaut als mögliche und denkbare Resorptionswege [1, 3, 5, 6, 9, 11–14, 21]. Um das Gebot der Nüchternheit auch zur Prämedikation nicht schon zu durchbrechen, noch bevor es schwerfällige und zum Umdenken angehaltene Chirurgen überhaupt anerkannten, entschlossen wir uns zur Narkoseeinleitung mit Ketanest und Dormicum auf rektalem Wege, insbesondere um die Angst der Kinder vor Injektionen zu vermeiden [2, 7, 8, 13, 14, 18]. Die vielerorts propagierte rektale Anwendung des Brevimytal allein war für uns wegen Mangels an analgetischer Wirkung sehr unbefriedigend, in vielen Fällen auch deshalb nicht hilfreich, weil dabei unterschiedlich viele Kinder nur psychosediert und benommen waren, aber dennoch hoch empfindlich blieben [7, 9, 10].

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Cetina J (1982) Schonende Narkoseeinleitung bei Kindern durch orale oder rektale Ketamin-Dehydrobenzperidol-Applikation. Anaesthesist 31: 277PubMedGoogle Scholar
  2. 2.
    Czorny-Rütten M, Büttner W, Finke W (1986) Rektale Gabe von Midazolam als Adjuvans zur Prämedikation von Kleinkindern. Anaesthesist 25: 197–202Google Scholar
  3. 3.
    Engelhardt W, Ebert W, Rietbrock I, Richter E (1986) Dosis-Wirkungsbeziehung und Serumkonzentration von Methohexital und Hydroxymethohexital nach rektaler Anaesthesie- einleitung mit l-%iger und 5-%iger Methohexitallösung bei Kindern. Anaesthesist 35/ 8: 491–495Google Scholar
  4. 4.
    Eyrich K (1983) Respiratorische und schlafinduzierende Wirkungen von Midazolam i.m. als Prämedikation zur Regionalanaesthesie. Anaesthesist 32: 525–531PubMedGoogle Scholar
  5. 5.
    Heto O (1982) Ketamine in rectal administration as premedication in paediatric cardiac surgery. In: Volume of summaries: Sixth European congress of Anaesthesiology 1982 (8.–15. 9. 82: Royal Festival Hall London)Google Scholar
  6. 6.
    Idvall J, Holasek J, Stenberg P (1983) Rectal ketamine for induction of anaesthesia in children. Anaesthesia 38: 60PubMedCrossRefGoogle Scholar
  7. 7.
    Jantzen JPAH, Erdmann K, Hilley DM, Klein AM (1985) Vergleichende Untersuchung von Analgesie und Plasmaspiegeln nach rectaler, intramuskulärer und intravenöser Gabe von Ketamin. Anaesthesist 34: 346PubMedGoogle Scholar
  8. 8.
    Jantzen JPAH, Erdmann K, Witton PK, Klein AM (1986) Der Einfluß des rectalen pH- Wertes auf die Resorption von Methohexital. Anaesthesist 35: 496–499PubMedGoogle Scholar
  9. 9.
    Jantzen JP, Tzanova I, Klein AM, Witton PK (1987) Rectale Narkoseeinleitung — eine vergleichende Untersuchung mit Methohexital und Ketamin. Anasth Intensivmed 28/2:56– 61Google Scholar
  10. 10.
    Kaiser H, Al Rafai S (1985) Wie sicher ist die rektale Narkoseeinleitung mit Methohexital in der Kinderanästhesie? Anaesthesist 34: 359PubMedGoogle Scholar
  11. 11.
    Kretz FJ (1986) Die rectale Narkoseeinleitung im Kleinkindesalter. (Internationales Bremer Anästhesie-Symposium, 17.–19. 4. 86 )Google Scholar
  12. 12.
    Kretz FJ, Piepenbrock S (1983) Narkoseeinleitung bei Kleinkindern durch rektale Applikation von Methohexital. In: Hausdörfer J et al (Hrsg) Kinderanästhesie: Prämedikation im Kindesalter. Springer, Berlin Heidelberg New York TokyoGoogle Scholar
  13. 13.
    Kretz FJ, Heppe M, Gonzales J (1985) Die rektale Narkoseeinleitung im Kleinkindesalter mit Methohexital, Midazolam und Etomidate sowie postoperative Analgesie mit Paracetamol oder Fentanyl — eine vergleichende randomisierte Doppelblindstudie bei 120 Kindern. Anaesthesist [Suppl] 34: 189Google Scholar
  14. 14.
    Kretz FJ, Niegl M, Heinemeyer AG, Eyrich K (1985) Die rektale Narkoseeinleitung bei Kleinkindern mit Diazepam und Midazolam. Anästh Intensivmed 26: 343–346Google Scholar
  15. 15.
    Kreuscher H (1977) Erfahrungen mit der Tranquanalgesie. Erlanger Anästh Semin 1:46– 51Google Scholar
  16. 16.
    Kreuscher H (1982) Fortschritte der Tranquanalgesie. In: Langrehr D (Hrsg) Ketanest und Benzodiazepin-Kombination in der Anästhesie. Perimed, ErlangenGoogle Scholar
  17. 17.
    Kühn K, Hausdörfer J (1983) Rektale Narkoseeinleitung bei Kindern. In: Hausdorfer J (Hrsg) Kinderanästhesie: Prämedikation im Kindesalter. Springer, Berlin Heidelberg New York TokyoGoogle Scholar
  18. 18.
    Kühn K, Hausdörfer J, Weiss C, Rothe KF (1983) Die rektale Prämedikation mit einem kurzwirkenden Barbiturat in der Kinderanästhesie. Anästh Intensivmed 24: 308Google Scholar
  19. 19.
    Liu LMP, Liu PL, Moss J (1984) Severe histamine-mediated reaction to rectally administered methohexital. Anesthesiology 61: 95PubMedGoogle Scholar
  20. 20.
    Saint-Maurice C, Laguenie G, Conturier C, Foutail-Flaud F (1979) Rectal ketamine in paediatric anaesthesia. Br J Anaesth 51: 573PubMedCrossRefGoogle Scholar
  21. 21.
    Schneider M, Palas TAR (1986) Morphin und Scopolamin in der Prämedikation. Ein Vergleich der peroralen und transdermalen mit der intramuskulären Applikation. Anaesthesist 35: 193–196PubMedGoogle Scholar
  22. 22.
    Vontin H, Heller W, Schorer R (1976) Analgosedierung und Ataranalgesie: Untersuchungen über — Rohypnol — und Kombinationen mit Analgetika. Roche, Basel, S 149–160Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • S. Burkhardt

There are no affiliations available

Personalised recommendations