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Zusammenfassung

Kontroverse Standpunkte kennzeichnen die Diskussion um die klinische und ätiologische Bedeutung der Alexithymie bzw. psychosomatischer Strukturmerkmale. Auch für Detailaspekte der Thematik liegen, wie die Literaturangaben in dieser Schrift zeigen, teilweise recht konträre Resultate und Einschätzungen vor. Die vorliegende Arbeit ist ein Beitrag zum Verständnis der familiären Sozialisation psychosomatisch Kranker. Ausgehend von der Annahme, daß eine sich auf eine umschriebene Sozialisation gründende Persönlichkeitsstruktur mit einer Neigung zu psychosomatischen Symptombildungen verbunden ist, wurde der elterliche Erziehungsstil bei psychosomatisch kranken Kindern untersucht. Diese Annahme stellt die verbreitete These einer multifaktoriellen Determiniertheit psychosomatischen Geschehens nicht infrage, schließt keineswegs eine somatische Prädisposition aus, impliziert aber, daß sich auch der Körper in Interaktion mit der Umwelt entwickelt (Zepf 1976 a, 1986 a). Untersucht wurden 79 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren mit Asthma bronchiale, Colitis ulcerosa oder Neurodermitis constitutionalis, die nicht Patienten einer psychosomatisch/psychotherapeutischen Institution waren, sondern lediglich auf der Grundlage einiger Sozialdaten aus den Archiven verschiedener Kinder- und Hautkliniken ausgewählt wurden. Kontrollpersonen waren neurotisch gestörte, nicht psychotherapierte Kinder eines Psychotherapeutischen Instituts. Die Eltern wurden in die Fragebogenuntersuchung einbezogen. Erfaßt wurde der Erziehungsstil — Erziehungseinstellungen, Erziehungspraktiken, Erziehungsziele — aus der Sicht der Kinder und aus der Sicht der Eltern. Darüber hinaus wurden die Kinder hinsichtlich einiger Persönlichkeitsmerkmale mit Fragebogen bzw. einem Test untersucht.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • Reinhard Liedtke
    • 1
  1. 1.Abteilung für PsychosomatikMedizinische Hochschule HannoverHannover 61Deutschland

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