Trennung ohne Ende — zum Problem der Beendigung von Beratungen und Therapien

  • H. G. Poppe

Zusammenfassung

Die Motivation, über dieses Thema zu schreiben, entstand aus der Arbeit in der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle in Kassel. Es war und ist immer wieder eine bedrückende Erfahrung, daß Patienten nicht mehr zu Gesprächen erscheinen, und wir dann erst wieder von ihnen hören, wenn sie erneut erkrankt sind. Warum kam es zu diesem Ende? Was war passiert bzw. nicht passiert? Die Fragestellung erweitert sich: Wie ist die Beziehung zwischen Ende von Beratung/Therapie und der Übernahme in eine Beratung überhaupt? Es handelt sich um ein sehr komplexes, umfangreiches Thema. Ich beschränke mich in meinen Überlegungen deshalb auf mein Arbeitsfeld in der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle und auf die Theorie der Psychoanalyse, aus denen heraus ich versuche, psychische Vorgänge zu verstehen und an ihnen zu arbeiten. Zunächst soll auf die Literatur eingegangen werden, es folgen psychoanalytische Vorstellungen zu diesem Thema. Als letztes werde ich versuchen, anhand von unterschiedlichen therapeutischen Beziehungen, wie die informative Beratung, die Kurztherapie und — wie ich es nenne — die unendliche Beratung spezielle Probleme aufzuzeigen. Ich spreche von Beratung und Therapie, da die meisten Beratungsstellen aus Abrechnungsgründen nicht therapieren, sondern nur beraten dürfen. Zur Vereinfachung werde ich im folgenden immer von Therapien sprechen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin, Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • H. G. Poppe

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