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Klinische Bedeutung der Verabreichung CMV-seronegativen Blutes bei Früh- und Neugeborenen

  • Theodor Luthardt
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Zusammenfassung

Die Entdeckung transfusionsbedingter CMV-Infektionen erfolgte im Jahre 1966 durch Kääriäinen, Klemola und Paloheimo, die CMV als auslösendes Agens für das seit 1960 bekannte postperfusionssyndrom erkannten, das bei Patienten nach offener Herzoperation an der Herz-Lungen-Maschine zur Beobachtung gekommen war. Die quantitative Analyse der Infektiosität von Spenderblut war an diesem System aus verschiedenen Gründen jedoch nicht möglich. Dazu waren übersichtlichere Modellsysteme erforderlich. Ein solches System bot sich in den damals noch häufig durchgeführten Blutaustauschtransfusionen bei Neugeborenen mit Hyperbilirubi-naemie an. Bei Austauschtransfusionen wird eine große Menge Blut — meistens die doppelte bis dreifache Menge des Eigenblutes transfundiert, das bei den sehr kleinen Kindern in aller Regel von einem einzigen Spender stammt. Ich habe deshalb mit meiner damaligen Arbeitsgruppe an der Freiburger Univ.-Kinderklinik im Jahre 1969 eine prospektive Untersuchung begonnen, in die wir bis zu ihrer Beendigung 1976 325 Kinder einbeziehen konnten. Heute wäre eine solche Untersuchung überhaupt nicht mehr durchführbar, weil diese Kinder alle mit Fototherapie behandelt werden und keine Austauschtransfusionen mehr erhalten. Das Ergebnis hat grundsätzliche Erkenntnisse gebracht, die inzwischen vielfältig bestätigt werden konnten (Tabelle 1.) aufwies, oder ob IgM-Antikörper nachweisbar waren oder nicht.
Tabelle 1

CMV-Infektionen bei Neugeborenen mit Blutaustauschtransfusionen

CMV-BKR bei denvor dem Blutaustauschund den Spendern

Zahl der Kinder

davon CMV-infiziert*

Kind

Spender

;

Anzahl

%

ø

ø

97

0

0

ø

+

64

28

44

+

ø

88

11

13

+

+

76

18

24

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG, Darmstadt 1985

Authors and Affiliations

  • Theodor Luthardt
    • 1
  1. 1.KinderklinikStadtkrankenhausWormsDeutschland

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