Akute und chronische Adriamycin-Wirkung am isolierten Papillarmuskel des Meerschweinchens

  • B. Höfling
  • H.-D. Bolte
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung book series (2849, volume 44)

Zusammenfassung

Die Anwendung des Zytostatikums Adriamycin wird durch „kardiotoxische Nebenwirkungen“limitiert. — Der Einfluß der Substanz auf die isometrischen Kontraktionen des isolierten Meerschweinchen-Papillarmuskels wurde am nicht vorbehandelten Tier (n = 28) u. nach Adriamycin (A.)-Vorbehandlung in vivo (n = 16) untersucht (chron. Tiere: 1–4 Zyklen, je 1 mg/kg A./die über 3 Tg.; 4 Tg. Pause). Die isometrischen Spannungsmaxima (Pmax) verringern sich unter Adriamycin-Konzentrationen zwischen 2 und 80 ßg/ml um 15,8% (± 7,5%); dP/dtmax sinkt um 14,7% (± 5,9%). Das Wirkungsmaximum ist bei 10/zg/ml erreicht. Nach zyklischer Adriamycin-Vorbehandlung der Tiere ist die Akut-Wirkung auf den (chronvorgeschädigten) isol. Papillarmuskel geringer ausgeprägt: Pmax nimmt um 5,7% (± 3,2%) ab, dP/dtmax um 5,1% (± 2,7%). Bei Anwendung eines pharmakologischen Stimulationstestes (Adrenalin, Dobutamin) zeigen die Muskeln zyklisch vorbehandelter Tiere frühzeitig eine verminderte Katecholamin-Ansprechbarkeit. Zusammenfassung: Adriamycin zeigt eine akute myokardiale Wirkung. Die chron. Myokardwirkung entwickelt sich kontinuierlich mit steigender Dosierung und ist durch Katecholamin-Stimulation frühzeitig zu erkennen. Ein entsprechender klin. Stimulationstest zur Früherkennung wird entwickelt. (Techn. Assistenz: M. Rupff)

Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag GmbH & Co. KG Darmstadt 1978

Authors and Affiliations

  • B. Höfling
    • 1
  • H.-D. Bolte
    • 1
  1. 1.Medizinische Klinik I, Klinikum GroßhadernUniversität MünchenGermany

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