Advertisement

Der Kranke mit somatoformer Störung - Indexpatient eines dysfunktionalen Gesundheitssystems?

  • B. Sprenger
Conference paper
  • 33 Downloads

Zusammenfassung

Die in der Überschrift dieses Artikels gewählten BegriffeIndexpatient und dys funktionales System dürften aus der systemischen Familientherapie bekannt sein. Als dysfunktionales System wird dort ein soziales System beschrieben — in der Regel eine Familie oder eine Institution dessen Regeln für die Mitglieder des Systems pathogen sind. Der Indexpatient in einer dysfunktionalen Familie ist derjenige, der scheinbar individuell eine Krankheit oder Störung entwickelt. Tatsächlich lebt er aber in einem sehr komplexen dysfunktionalen Zusammenhang. Die Genese der Erkrankung ist nur zu verstehen, wenn man das ganze System betrachtet. Da Krankheit jedoch primär das Individuum betrifft, hat die Heilkunde eine solche Betrachtungsweise verständlicherweise nie in den Vordergrund ihrer diagnostischen und therapeutischen Überlegungen gestellt. Mit der modernen Umweltmedizin und der System- und Familientherapie sind diese über das Individuum hinausreichenden Überlegungen wieder verstärkt in der Diskussion.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Beckmann, D., Brähler, E. & Richter, H.-E. (1990). Der Giessen-Test (GT). Ein Test für Individual- und Gruppendiagnostik ( 4. Aufl.). Bern: Huber.Google Scholar
  2. Experten-Rundgespräch “Somatoforme Störungen”, Dresden (1996, Januar). Dokumentation des Experten-Rundgesprächs “Somatoforme Störungen”. Unveröffentlichtes Manuskript. Dresden: Technische Universität.Google Scholar
  3. Franke, G. H. (1995). SCL-90-R. Die Symptom-Checklist von Derogatis (deutsche Version). Weinheim: Beltz.Google Scholar
  4. Hautzinger, M., Bailer, M., Worall, H. & Keller, F.(i994). Das Beck-Depressionsinventar (BDI). Bern: Huber.Google Scholar
  5. Kämmerer, W. (1996). Der Psychosomatische Dialog: Zum Umgang mit dem Körpersymptom in der Psychotherapie. In G. Kruse & S. Gunkel (Hrsg.), Impulse für die Psychotherapie, 25 Jahre Psychotherapiewoche Langeoog. Hannover: Hannoversche Arzte-Verlags-Union.Google Scholar
  6. Rief, W. (1996). Die Somatoformen Störungen - Großes unbekanntes Land zwischenGoogle Scholar
  7. Psychologie und Medizin. Zeitschrift für Klinische Psychologie, 25, 173-189.Google Scholar
  8. Rief, W. & Hiller, W. (1992). Somatoforme Störungen. Körperliche Symptome ohne organische Ursache. Bern: Huber.Google Scholar
  9. Rudolf, G. (1993). Psychotherapeutische Medizin. Ein einführendes Lehrbuch auf psychodynamischer Grundlage. Stuttgart: Enke.Google Scholar
  10. Senf, W. & Broda, M. (Hrsg.) (1996). Praxis der Psychotherapie. Ein integratives Lehrbuch für Psychoanalyse und Verhaltenstherapie. Stuttgart: Thieme.Google Scholar
  11. Shorter, E. (1994). Moderne Leiden. Zur Geschichte der psychosomatischen Krankheiten. Reinbek: Rowohlt.Google Scholar
  12. Weinreb, F. (1979). Vom Sinn des Erkrankens: Gesundsein und Krankwerden. Bern: Origo.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • B. Sprenger

There are no affiliations available

Personalised recommendations