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Zum gesellschaftlichen Bedeutungswandel der Ehe

  • H. P. Dreitzel

Zusammenfassung

Wie sehr gesellschaftliche Zusammenhänge sich hinterrücks bis in die privatesten Verhaltensweisen hinein auswirken, läßt sich vielleicht nirgends so gut zeigen wie am widersprüchlichen Schicksal der modernen Ehe. Auf der einen Seite hat die Ehe ihre alten Funktionen als Kern einer familiären Produktionsgemeinschaft lange schon eingebüßt und scheint sich seither ständig in der Krise zu befinden. Auf der anderen Seite schließen sich heute mehr Menschen denn je zu einer auf Dauer angelegten Paarbeziehung zusammen, und in diesem Sinne erweist sich — wenn schon nichtjuristisch, so doch jedenfalls soziologisch — die Ehe als die stabilste aller gesellschaftlichen Institutionen. Verständlich werden solche Widersprüche erst auf dem Hintergrund des gesellschaftlichen Bedeutungswandels der Ehe, der sich über mehrere Generationen erstreckt und dabei früher oder später alle Menschen mitberührt. Ich will im folgenden diesen Wandel kurz dadurch veranschaulichen, daß ich die Situation von Ehe und Familie, die wir vor dem 1. Weltkrieg vorfinden, derjenigen gegenüberstelle, die wir nach dem 2. Weltkrieg erleben.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • H. P. Dreitzel

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