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Das Kranksein der Person

  • W. Tress

Zusammenfassung

Die Krankheiten der Seele haben immer wieder neue Ordnungsversuche provoziert, ohne daß bislang das „natürliche System“ der psychiatrischen Erkrankungen zutage getreten wäre. Die bekannten klinischen Verlaufseinheiten fanden weniger nosologische denn typologische Anerkennung als pragmatische Zeitgestalten in der Abfolge klinischer Syndrome, die indessen prinzipiell nicht unabhängig vom Ermessen des Forschers zu beschreiben sind. Weil die Konventionen diesen nicht binden können, steht es ihm frei, die Syndrome für seine Zwecke ein wenig oder auch wenig mehr zu verändern. So verspürt auch der Verfasser als klinischer Psychiater durchaus die Versuchung, eine weitere Systematik seelischen Krankseins auf der Grundlage der nun gänzlich entfalteten Struktur der Personalität zu wagen. Schimmert doch dergleichen zwischen den Zeilen der letzten beiden Kapitel immer wieder durch. Freilich, der Entwurf einer speziellen psychiatrischen Krankheitslehre vor dem Hintergrund eines sprachphilosophisch aufgearbeiteten, hierarchischen Begriffs der Personalität wäre derzeit eine Überforderung. Es wäre auch ein Unterfangen, dessen gegenwärtig niemand dringlich bedarf. So bleibt eine spezielle Psychopathologie der Person, die prägnante Abwandlungen im Gefüge intentionaler Zuschreibung subtil herauszuschälen hätte, der ungewissen Zukunft vorbehalten. Zwischenzeitlich mag es genügen, die derzeit gültige psychiatrische Krankheitslehre aus einer sprachphilosophischen Sicht der Personalität näher zu beleuchten, um den klinischen Nutzen dieser Sichtweise vorsichtig und in aller Vorläufigkeit zu sondieren und zu skizzieren.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • W. Tress
    • 1
  1. 1.Psychosomatische Klinik, J 5Zentralinstitut für Seelische GesundheitMannheim 1Deutschland

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