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Zusammenfassung

Zum Thema „Probleme der Zuordnung im Einzelfall“ möchte ich über 3 Patienten mit schwerer Hämophilie A berichten, die uns wegen der Verdachtsdiagnose AIDS bzw. Prae-AIDS überwiesen wurden (Tabelle 1). Dadurch wurden erhebliche Unruhe und Angstreaktionen unter Patienten, Pflegepersonal und Ärzten entfacht. Bei dem Patienten O. A. handelt es sich um einen türkischen 16jährigen Hämophilen, der in sehr schwierigen sozialen Verhältnissen und ärmlichen Wohnraumbedingungen lebt. Wegen Kopfschmerzen, Husten und Gewichtsabnahme wurde er in ein Kreiskrankenhaus stationär aufgenommen. Aufgrund der Symptome, der beschleunigten BSG und hoher IgG-Spiegel wurde die Diagnose AIDS gestellt. Bei der HSB-Protokoll-Kontrolle erfuhren wir von der Mutter die Diagnose und baten die Kollegen um Überweisung in unsere Klinik. Bei der Aufnahme fanden wir den Patienten in gutem Allgemeinzustand; Lymphknotenschwellung und Fieber waren nicht nachweisbar. Seit 6 Monaten habe er typischerweise gegen Abend zunehmende Stirnkopfschmerzen und Husten. Im Urlaub in der Türkei sei es ihm gut gegangen, in Deutschland sei er dauernd erkältet. Bei der Untersuchung zeigte sich eine massive Sinusitis im CT (Abb. 1), verschattete Ethmoidalzellen, verschatteter Sinus maxillaris und eine Bronchitis (Thoraxröntgenbild negativ, Sputum o.B.). Für Toxoplasmose fand sich kein Anhalt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • I. Scharrer
    • 1
  1. 1.FrankfurtDeutschland

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