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Beurteilung der Szintigramme

  • Hanno Botsch
Part of the Die Radiologische Klinik book series (RADIOL.KLINIK)

Zusammenfassung

Die Betrachtung der analogen Bilder ist auch bei einer Computerauswertung stets erforderlich. Manche falsch-positiven Befunde lassen sich durch kritische Betrachtung des Analogbildes vermeiden. Speicherdefekte können durch die Brustüberlagerung bei Patientinnen im Vorderwandbereich vorgetäuscht werden (Stolzenberg 1978; Berman 1981) (Abb. 10). Inferior kann die Hinterwand durch das Zwerchfell überdeckt werden (Gordon 1979) (s. auch Abb. 9). Weiterhin sind beträchtliche Variationen der Ventrikeldarstellung bezüglich der Myokarddicke und -konfiguration entsprechend der Lage des linken Ventrikels im Thorax zu beachten (Wackers 1977; Wackers 1978 a; Wackers 1980 a; Gerwitz 1979 a; Gerwitz 1981). Da ischämie- oder narbenbedingte Aktivitätsminderungen im Thalliumszintigramm durch überlagerndes normales Myokard häufig nicht zum völligen Speicherdefekt führen, erfolgt die Diagnose der Ischämie in vielen Fällen durch den Vergleich des Ruhe- und Belastungsbildes, d. h. durch die Beurteilung, ob die beiden Szintigramme identisch sind oder ob eine Umverteilung der Aktivität im Spätszintigrammen erkennbar ist. Wegen der nur mäßigen Abbildungsqualität des Thalliumszintigramms ist ein solcher Vergleich rein visuell in vielen Fällen schwierig. Die Bilder werden durch eine Computerverarbeitung leichter lesbar. Hierzu gehört vor allem eine Glättung der Bilder, eine Kontrastanhebung sowie eine Hintergrundsubtraktion. Eine zu starke Kontrastanhebung kann jedoch leicht zu falsch-positiven Befunden führen. Die Backgroundsubtraktion beträgt zwischen 20 und 30%, wobei zu beachten ist, daß jede Backgroundsubtraktion bei der Myokardszintigraphie problematisch ist. In experimentellen Untersuchungen hat sich ge-zeigt, daß eher zu viel Background subtrahiert wird (Narahara 1977). Die Backgroundsubtraktion erfolgt heute bei den meisten Computerprogrammen in Form der von Goris (1976) vorgeschlagenen sog. interpolativen Backgroundsubtraktion. Bei dieser wird berücksichtigt, daß der Background der Herzregion nicht homogen ist, sondern, daß sich die Countrate des Thoraxuntergrundes entsprechend der anatomischen Thoraxkonfiguration wie eine geneigte Ebene vorstellen läßt. Bei dem Verfahren nach Goris wird die Hintergrundsubtraktion in horizontaler und vertikaler Richtung Pixel für Pixel durchgeführt, wobei die Bezugspunkte die Countraten des gewählten Bildrandes darstellen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • Hanno Botsch
    • 1
  1. 1.Radiologische AbteilungSt.-Josefs-KrankenhausFreiburgGermany

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